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Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
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Versuch einer Auslegung der Crystallisations- und Capillarisationö-Ersicheinu n gen, und deren Bedeutung unter den Naturer-scheinungen überhaupt, festzusetzen.

§. 2;. Die Erscheinungen der Crystallisation und jene der Capillaritat, lassen sichunter gewisse Ansichten bringen, welche von den blos atomistischen Hypothesen befteyet,jene beyderley Erscheinungen ans einerley homogenen Gesichtspunkt rednziren, welchernicht bloö aus diese Erscheinungen anwendbar ist, sondern sich auch auf eine unzahligeMenge anderer Erscheinungen beziehen laßt. Nur schade, daß sich hier der Kalkül nichteben so leicht anwenden laßt, als bey jenen atomistischen Hypothesen, wo die kleinstenTheilchen von bestimmten Urformen und mit eigenen Attraktionen begabt, angenommenwerden.

Ich glaube überhaupt behaupten zu dürfen, daß Epikurs materielle Ansicht der Na-tur dem Geometcr ein weites Feld dargeboten hat, auf welchen dieser mit dem glücklich-sten Erfolge, auf die überraschendste Weise die Erscheinungen der leblosen Natur, bestimm-ten Gesetzen zu unterwerfen vermochte. Zu gleicher Zeit aber setzt diese Ansicht derNatur unfern Untersuchungen, in allen jenen Fallen, Schranken, wo es sich um eine hö-here Ansicht der Natur handelt, wo das Lebendige, das Geistige derselben, ausgefaßt wer-den soll. Die atomistisch mathematische Physik wollen wir daher als das Präeiseste undVollendetste, als das Anwendbarste zur Aufstellung bestimmter Gesetze der Natur, wo wir 'nur das Scelett derselben betrachten, im höchsten Grade verehren. Allein, wir wollennicht vergessen, daß dieser erhabene Theil der Naturphilosophie, sich nur einseitig auf ein-zelne Erscheinungen der Natur, beziehen lasse, und daß er sogleich allen Werth verliere,ja selbst durch seine pedantische Strenge und insipide Zahlenform als gänzlich unharmo-nisch da erscheint, wo es sich um einen lebendigem geistigern poetischem Anblick der Na-tur handelt; da, wo nicht gerechnet, nicht nach logischen Regeln dcßnirt werden kann,sondern wo blos das Mannigfaltige zur Einheit combinirt, in der Idee aufgefaßt werden,wo die Phantasie die Bilder schaffen muß, über welche dann blos die kalte Vernunft dieCricik zu fallen hat, um allen Mißbrauchen der Schwärmerei) zuvor zu kommen.

Aus diesen Betrachtungen folgt keineswegs, daß man die Erscheinungen am Anor-ganischen blos nach Ansichten der atomistisch-mathematischen Physik, hingegen die Erschei-nungen der organischen Natur bloö als Resultate eigcnthümlicher Aktionen betrachtenmüsse. Neil'.! man muß vielmehr trachten, alle Erscheinungen der Natur auf ähnlicheAnsichten zurück zu sichren; und dieses geht ineineö Erachtens nur da an, wo wir bloöeinerley Materie annehmen; alle Erscheinungen an derselben als von derselben ausgeübteAccion betrachten, und alles quantitativ und qualitativ Verschiedene bloö als verschiedene