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Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
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als in einem Haarröhrchen, dessen Halbmesser dem Abstände beyder eylindrischen Flächenvon einander gleich ist. Dasselbe gilc für parallele nahe Glasscheiben.

Ein Wassertropfen geht in einen, konischen Haarröhrchen gegen das engere, einOuccksilbertropfcn gegen das weitere Ende.

Zwcy in eine Flüssigkeic getauchte parallele und sehr nahe Ebenen werden immer mireiner berechneten Kraft zusammengetrieben.

In prismatischen Röhren von gleicher Natur, übrigens beliebiger Figur, ist das Vo-lum des Flüssigen, welches über das Niveau angehoben, oder unter dasselbe herabgedrückcwird, dem innen, Umfange ihres Horizontal-Schnittes proportional.

Die Höhe derselben Flüssigkeic in einem Haarröhrchen bey verschiedenen Temperatu-ren, ist im Verhältnis ihrer Dichtigkeit.

Platten, die zu einander parallele sehr nahe gehalten, und mit ihrem Rande in eineFlüssigkeit eingetaucht werden, werden, wenn beyde homogen sind, immer angezogen, siemögen das Fluidum ansaugen oder herabdrückenz sind sie aber heterogen, z. B. die einevon Elfenbein, die andere von einem fetten Körper: so siosscn sie sich nur dann ab, wennsie einander sehr genähert werden; werden aber angezogen, in dem einzigen Falle, wenndie herabdrückende Kraft der anziehenden gleich ist, sonst immer abgestochen» Aus diesemerklärt sich, warum schwimmende Körper sich anziehen oder abstossen.

Ans der Haarröhrchenkraft folgt auch, warum kleine feste Körper auf der Oberflächevon Flüssigkeiten schwimmen; die tragende Kraft ist sehr leicht zu berechnen (hier muß derfeste Körper die Flüssigkeit herabdrücken, denn zieht er sie an, so wird er in die Flüssig-keit gezogen, und kann nur dann schwimmen, wenn er leichter als Wasser ist).

H. 24. Wir wollen es versuchen, die Phänomene der Capillarität solchen Ansichtenzu unterwerfen, welche von den gewöhnlichen bloö atomistischen Ansichten abweichen, undwodurch zwar die Anwendung des Kalküls erschwert wird, wobey aber der Vorthcil be-steht, daß sich die Erscheinungen der Capillarität an jene der Crystallisation, anreihen,und daß die Theorie über diese zweyerley Naturerscheinungen mit jener Theorie homogenwird, nach welcher sich alle Erscheinungen der Narur, bis zu den Functionen des Geisteshin, betrachten lassen. Verliert hiedurch unser Gegenstand an Präcision, an mathemati-scher Bestimmtheit, so gewinnt er andererseits durch die lebendigere geistigere Ansicht desGegenstandes.