Druckschrift 
Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

Natur wahrnehmen. Ein physisches Pendel würde unaufhörlich in seinen Oscillationenfortfahren, bestünde nicht der Widerstand der Lust, jene der Reibung am Zapfen u. s. w.,wodurch es geschieht, daß die Pcudellir.se bcy jeder Oscillation, auf eine geringere Höhesteigt, als jene Höhe ist, von der ste hcrabgclaufeu ist; daher denn die Schwingungsbö-gen fortwährend abnehmen, bis endlich die Peudclstauge mit der Verticalliuie (auf de«Horizont bezogen) einen so kleinen Winkel (Elongation) bildcl, daß das Gewicht der Linse,weiches nach der schiefen Ebene ausfallt, wegen der geringen Neigung der schiefen Ebene,den Widerstand der Luft u. s. w., nicht mehr zu überwältigen vermag, wo dann dasPendel in dieser Lage stille steht, 'ch

Wegen den oben erwähnten Widerständen gegen Liguistciren und Crystallisiren, wirddennoch die Oscillation unter diesen beyden entgegengesetzten Actiouen, fortwährend abneh-men, bis endlich das Ueberschreiten auf der einen oder der andern Seite, jenes Punktes,bey welchem unter den entgegengesetzten Kräften (LiguisicationSkraft, Crystallisationskraft)Gleichgewicht besteht, so geringe ausfällt, daß die dann statt findende der obigen zweyKräfte mcht mehr groß genug ist, um einen icner Widerstände zu überwältigen. So wiealso das Pendel aus seinen Oscillationen nicht in jene ruhige Lage gelangt, welche derRichtung der Schwere vollkommen entspricht, eben so wird auch der Ruhestand, der sichaus den Ofeillationcn, die sich ans Liquificircn lind Crystallisiren beziehen, ergibt, nichtda eintreten, wo zwischen Liquificationskraft und Crystallisationskraft Gleichgewicht besteht.Es wird, rücksichrlich dieses Gleichgewichtspunktes, zu viel oder zu wenig in der Flüssig-keit in der Crystallmasse aufgelöst enthalten seyn, und dieß um so mehr, je größer dieeben erwähnten Widerstände find. Dieß kann, wie man leicht ersieht, große Auomalieenin den sogenannten Sättigungspunkten hervorbringen, so wie ein Pumpenschwengel ineiner sehr schiefen Richtung ruhig erhalten werden kann.

Da im Allgemeinen die Cohärenz der Theilchen an den Crystallen uutcr einandergrößer ist, als die wechselseitige Anziehung zwischen einem Crystalltheilchen, und der schonziemlich gesättigten Auflösung: so wird wohl in den allermeisten Fällen der Ruhestandauf jener Seite des GleichgewichtöpuukteS eintreten, wo die Crystallisationsaction diesenGleichgewichtspuukt überschritten hat, d. h. die Mutterlauge wird nicht vollkommen gesät-tigt seyn. Hieraus wird ftlgei.de aus Erfahrungen bekannte Erscheinung begreiflich, wel-che 1Auuar<I im 2ten Theile seines lAaite (Itz eAiinik anführt: Alle Auflösungengeben beyin Crystallisiren eine solche Mutterlauge, die mit pulveri-sirtem Salze geschüttelt (versteht steh von derselben Qualität, als die Cryftalle

") Strenge genommen, steht nämlich kein Pendel, das aus seinen Oscillationen zur Ruhe gelangt,vollkommen in der Richtung der Schwere.