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lösims, allmählig die Tendenz nach Auflösung, und daß umgekehrt bcym Fortschreiten derCryftailisation, allmählich die Tendenz nach Crystallisittion abnehme.
Die in die auslösende Flüssigkeit getauchten Crystaile werden eine Zeit hindurch auf-gelöst. Hat dieser Proceß eine gewisse Zeit hindurch gedauert, so tritt der Fall ein, daßein Gleichgewicht zwischen der Tendenz nach Ausissimg, und zwischen der Tendenznach Crystallisation eintritt. Allein, in diesem Augenblicke erfolgt noch kein Stillstandin der Liguisieationsaction; da dem Gesetze der Trägheit gemäß (welches aus philosophi-schen Gründen Key allen Actionen statt finden muß ^), die Liquisicacionsaction derenTypus, durch die LiquificationSkraft, nun einmal geweckt ist, so lange fortgehen muß,bis durch eine entgegengesetzte Kraft (die Crystallisationskraft) die LiquisicarionSacrioi,getilgt werde. Ist dieser Moment eingetreten, so kann wieder kein Stillstand be-stehen , indem eine Ueberwucht nach der negativen Seite der LiquificationSkraft be-steht, (nämlich eine Crystallisationskraft); von hieran übergeht daher die Liquifica-tionSaction in die Crystallisationöaction, und eö wird dieselbe abermals im Punkce desGleichgewichtes zwischen den entgegengesetzten Kräften, nicht stille stehen, sondern sie wirdjenen Punkt so weit überschreiten, bis die Crystallisationsaction durch die LiquificationS-kraft vollkommen getilgt ist (so wie am Pendel die Linse nicht im tiefsten Punkte stehenbleibt, sondern aus der entgegengesetzten Seite so lange fortläuft, bis ihre Bewegungö-action durch die Schwerkraft gänzlich getilgt ist, von wo aus die Linse wieder zurückkehrt,aber auch nun nicht im tiefsten Punkte stehen bleibt, sondern bis zur nächstfolgenden Til-gung fortläuft.)
Diesen Ansichten gemäß, müßte im Liquisiciren und im Crystallifircn, eine unauf-hörliche Oscillation (wie bey einein mathematischen Pendel) bestehen, und dennoch findetdieses in der Wirklichkeit nicht statt (auch die Schwingungen eines physischen Pendelsnehmen allmählig ab, und es tritt endlich ein vollkommener Ruhestand ein.)
Diese unaufhörliche Oscillauon müßte wirklich statt finden, wenn nicht eigene Wi-derstände, sowohl dem Liquisiciren als dem Crysiallisirc» sich unaufhörlich entgegensetzenmöchten. Dergleichen anhaltende tilgende Wiederstände, können wir an allen Actionen der
Das Gesetz der Trägheit findet nicht blos in der Mechanik, nicht blos in allen Actione» der Sinncn-weit statt: sondern auch in de» Actione» unseres Geistes. Wir hangen einer Idee, einer fröhlichenoder traurigen Stimm»,' g so lauge nach, bis nicht durch äußere Umstände, oder durch innere Selbstbe-stimmung, dieser Zustand verändert wird. Zerstreuung ist im Grunde nichts anderes, als einer Stim-mung von bestimmter Art eine Actio» entgegensetzen, wodurch jene Stimmung aufgehoben wird. DasGesetz der Trägheit bezieht sich im Grunde'auf nichrs anderes, als auf ein Beharren iu irgend einen, Zu-stande , bis durch einen hinreichende' Grund dieser Zustand aufgehoben wird. Ist dieß nicht ein allge-meines Naturgesetz, das wir, der Funktion unseres Denkens gemäß, allgemein anzunehmen, uns noth-gedrungc» fühlen?