Z4
zukömmt, mögen auch die äußern Gestalten dieser Gattung noch so sehr von einander ab-weichen. Bey manchen Crystallen, die sich mehr besagtcrmassen spalten lassen, läßt sichdie primitive Form durch Berechnung finden, wobcy vorzüglich die Richtungen der Reisen-und Farbenschichten gut zu statten kommen. (Hang.)
Wichtig sind folgende Grundsätze aus Haug's Crystallographie:
Wird ein crystallifirter Körper, welcher (wie er fich in der Natur vorfindet) durchseine äussere Crystallisation blos seine secundäre Form (?orine saoonckairs) ausdrückt,durch fortgesetztes Abspalten der Blätter (laines cle sei^erpoKilion), auf den Kern desCrystalls (no^au) von primitiver Form (K>!'M<Z xriruitivo) reducirt: so laßt sich die-ser Kern, durch fortgesetztes Theilen (nach dem Blätterdurchgange) in mehrere integre-ren de Moleküls (inolüoulos iuteZrantas) von einerlei) bestimmter Form zerlegen.Diese Moleküls, sind entweder Tetraeder (einfache Pyramiden), oder dreyseinge Priemen,oder Würfeln. Jede dieser drey Formen ist, je nachdem die gleichartigen Theile verschie-denen Gattungen von Mineralien angehören, auch ineiftentheils in ihren Dimensionen oderWinkelmaaßen verschieden, und die Falle, daß die integrirenden Moleküls und der Kernin verschiedenen Gattungen von Mineralien gleichgeformt vorkommen, find selten. DieBlätter, durch deren Lagerung über einander sowohl die primitive Forin des Kernes, alsdie secundare Form des Crystalls bestehen, diese Blätter stellen fich als an einander ge-reihte integrircnde Moleküls dar. Das jedesmalige Gesetz dieser Aneinanderreihung be-stimmt die jedesmalige secundare Form des Crystalls, welche letztere sich demnach berech-nen läßt
Nach Hansmann ist der Bestandtheil, wovon der Typus des Mineralkörpers abhängt,nicht nochwendiger vorwaltender Bestandtheil; die verschiedenerlei) Bestandtheile habendaher verschiedene sperifische Crystallisationskraste.
Daraus, daß der Crystall auf den Kern von primitiver Form, und dieser auf dieintegrirenden Moleküls sich reduziren läßt, folgt keineswegs, daß der Crystall in der um-gekehrten Ordnung habe entstehen müssen, sondern es ist vielmehr wahrscheinlich, daßjedes secundäre Crystall, gleich vom Augenblicke seiner Entstehung an, in seiner secundärenForm eristirt habe. Die secundäre, und noch mehr primitive Form eines Crystalls, magwesentlich von der Natur jener Substanzen herrühren, aus deren chemischer Verbindungder Crystall hervorging, zugleich aber auch vort andern auf den Crystallisationsprozi ß sichthätig äußernden Nebenumstanden (als Dichtigkeit, Temperatur, Zustand von Ruhe oderBewegung u. s. w., der Flüßigkeit, worinn die C ystallisation vor sich ging).
Manche Mineralien haben ein äußeres Ansehen von Cn)stalli!ation; aber dieses An-sehen ist trüger,sch und erborgt, indem es die Mineralien uu weichen und siüßigen Zu-stande von den sie begränzenden Körpern angenommen haben.