Diese wenigen Hauptansichtcu wußte der geniale Werner ans der chaotischen Über-sicht der so verschiedeiien Fossilien- und Gebirgsmasscn zu absirahircn, und hierauf seingeognostisches System, über die allmahlige Bildung der Gebirge, zu gründen; ein Sy-stem, welches vor allen bisherigen geognostischen Systemen einen entschiedenen Vorzugbehauptet, und im Allgemeinen die erfreulichsten Übereinstimmungen mit der Erfahrunggewahrt "). Es besteht, seinem Geiste nach, in Folgendem: Die vier ersten hier benann-ten Gbirgsmafsen danken ihren Ursprung dem Wasser; sind theils Niederschlage ausdemselben, theils durch Auf- und Anschwemmung entstanden, und werden neptunischcn Ur-sprungs genannt. Die mineralischen Massen der fünften Art hingegen danken ihren Ur-sprung dem Feuer, und heißen daher vulkanischen Ursprungs.
Da ferner die untersten Lagen, welche unter den übrigen unausgesetzt fortlaufen, undsich hie und da durch dieselben wieder hervorbrächen, ein früheres Daseyn beweisen, undüberdies mehr den Charakter der Crystallisation aus dem Flüssigen, als jenen einer Auf-schwemmung mit sich führen, so werden die mineralischen Massen .-md i) als jene derersten Formation, und als blos durch Niederschlag aus dem Flüssigen entstanden angege-ben; und die aus ihnen wesentlich zusammengesetzten Gebirge heißen Urgebirge. Dahingehören Granit, als vorzüglich der ältere und neuere; serners Gneis, Weißstem, Glim-merschiefer, Urthonschieftr, Quarz, TopaSftls, Urkalk, Urgyps, Urkiestlschiefer, Serpen-tin, Urporphyr und Syenit, Urtrapp.
Aus ähnlichen Gründen werden die mineralischen Massen sud 2), z) und 4) alsauf einander folgende Formationen betrachtet, wobey der CrystallisationSproceß immer ab-nehmend, hingegen der mechanische Einfluß der Wasserfluchcn immer vorherrschenderwurde; die aus ihnen zusammengesetzten Gebirge heißen Übergangs-, Flöh- und aufge-schwemmte Gebirge. Zu den ersten gehören: Grauwacke, Ubergangsthonschieftr, Ueber-gangökiesclschiefer, blbergangskalkstcin und Eisenstein, Ubergangegypö, Fcldspatgestein,Ubergangstrapp, Sandstein, Ubergangssyenit, Ubergangsgranit, Ubergangsporphyr,jüngstes Ubergangsgbirge. Zu den zweiten gehören: AeltesteS Sandstein- und Stein-
») Unter den ausser der Wernerischen Theorie aufgestellte» geognostischen Systemen, verdienen vorzug-lich die über diestn Gegenstand aufgestellten Ideen von Hutton und Playfair (Siehe 1'I»/lair,'IIu-stiations ok' tlnz IliUlvnian Moor/ ok tlio ksiol I> rsc>2) angeführt zu werden, welchen gemäß die Ge?birgSmassen unter dem Meere entstanden sind, und dann erst durch eine Erdrevolution über das Meeres-Niveau ans der Tiefe gehoben wurden. Werners Theorie stimmt aber mit der allgemeinen Ansteht derGebirge weit mehr überein, und hat sogar eine große Analogie mit den Beobachtungen Hersel überdie noch cht sich bildenden Himmelskörper am neblichten Himmel für sich. Herschcl sagt nämlich; Die sichoft wiederholenden Gruppirnngen von einerlei) Art zwischen Nebelflecken und einer schwacher»Redlichkeit, so wie zwischen Sternen und einer mit ihnen verbundenen Redlichkeit, berechtigen zu demSchluß?, daß die Doppclsterne'durch Verdichtung der Redlichkeit entliehen, daß diese Sterne durch fort-gesetzte Verdichtung der sie umgebenden Redlichkeit alimählig wachsen, bis endlich diese Redlichkeit ganzanfgczehrr ist, wo dann die folchermasscn gebildeten Sterne als vom Nebel ganz freyc Doypelstcvnc er-scheinen. (Bode, astronomisches Jahrbuch für 1818.)