Es besieht folgender Zusammenhang des Mannigfaltigen am Geisie: ;) Gewahrwer-den (hervorbringend, Resultat van Trennen und Verbinden); 2) Reflection (besonderer in-nerer Zusammenhang); 3) Vernunft (allgemeiner innerer Zusammenhang). Diesem Zu-sanimenhange deö Mannigfaltigen am Geiste entspricht folgender analoger Zusammenhangdes Mannigfaltigen an der Außenwelt: 1) Raum (hervorbringend, ein Resultat vomAusdehnen und Zusammenziehen); 2) Ponderabilttat (besonderer innerer Znsammenhang zwi-schen Ponderabeln, und dem jedesmaligen Weltkörper, wohin dieß Ponderable gehört); fer-ner: Eohasion; z) allgemeiner innerer Zusammenhang durch allgemeine Gravitation.
§. ?.
Ans den hier zusammengestellten Fragmenten zu einem Bilde der Natur und desZusammenhanges unseres Geistes mit derselben, mag hervorgehen, daß das Natursiudiumaus der Wesenheit unseres Geistes als nothwendige Action desselben folge, und daß dußintellectuclle Streben vorzüglich aus dem Grunde statt sinken solle, um uns zu vervoll-kommnen, und durch innige Anschauung des höchsten Meisterwerks, worin wir selbst alsintegrirender Theil erscheinen, die vielseitigen Anlagen unseres Geistes zu üben. Dieß istder hohe und unmittelbare Zweck deö Naturstudiums für den Menschen, das nebstbcydem Bürger manche Vortheile gewährt. Aber nie mögen wir die Natur aus dem Grun-de studircn, um alle Erscheinungen derselben, aus einfache Prinzipien zu redueiren, undum hiedurch gleichsam ein bequemes Schema zu erhalten, wornach wir in den Stand ge-setzt würden, auf eine bloß mechanische Weise die Wunder der Schöpfung als nothwendi-ge Consequenzen zu bestimmen. Dieß letztere wird stets ein eitles Streben bleiben, des-sen Resultate den stolzen Menschen demüthigen werden, der es unter seiner Würde ach-tet, dasjenige zu bewundern, was er nicht begreifen kann, und der es nicht vermag, selbstim Gefühle seiner Nichtigkeit und der hieraus hervortretenden Größe des Schöpsers, diehöchste Wonne zu fühlen.
Aus dem inner» Hervorrufen des Bildes der Natur im Geiste, wornach jene nichtblos als höchste Zweckmäßigkeit, sondern zugleich als das größte Werk der Kunst erscheint,wornach sie ferncrs thcils in abgesonderten Gruppen, thcils aber auch als ein Zusammen-hängendes in einander Ucbergehendes, sich darstellt; aus dieser innigen Anschauung folgt,daß ein ächtes Studium derselben, gemeinschaftlich durch Verstand, Phantasie und Ge-fühl, also philosophisch und poetisch zugleich getrieben werden müsse, und daß hiebey keineeinseitige Ansicht bloß eines Theils derselben, statt finden dürfe, sondern daß der Geistin die gesammte Natur bey seinen Forschungen zu übergehen habe.
"°) Link Idee zu einer philosophischen Naturkunde.
^H Diep hindert nicht, die Philosophie der Natur in bestimmte Thcile abzusondern, und hiedurch eininteust'.'cres Fonjchreurn in den einzelnen Untersuchungen zu befördern; aber auch der sich einseitig