XI
auf derselben Stufe der Ausbildung stehen bleibt, durchlaufen die andern damit verknüpftenTheile die ganze Reihe von Umbildungen. Das Gesetz der Einheit ist hier: nicht alleinsind Theile auf derselben Stufe der Ausbildung hausig verknüpft, sondern einer wirkt auchauf den andern, und zieht ihn zu derselben Stufe der Ausbildung hinauf oder hinab. P
Betrachten wir überhaupt den Gang der Natur, so bemerken wir einerseits die be-wundernswe.theste unübersehbarste Mannigfaltigkeit; zu gleicher Zeit aber andererseits eineüberraschende Einförmigkeit. Ein tieferes Eindringen in die Wesenheit dieses auffallendenGesetzes, möchte uns vielleicht dahin führen, hier ein Gesetz in der Action der Natur zuerspähen. Wir wollen es versuchen.
Wir bemerken in der äußern Form der Crystalle eine außerordentliche Mannigfaltig-keit, die so weit geht, daß wir in vielen Fallen eine bloße Zufälligkeit, einen Uebergangaus der Crystallform in die Formlosigkeit zu bemerken glauben. Eine größere Einförmig-keit in der Structur bemerken wir, wie wir allmählig in das Innere des Erystalls drin-gen; ja höchst überraschend wird die Einförmigkeit, wenn wir durch beständiges Abspaltenvon außen nach innen zu, auf den Kern des Erystalls zu gelangen vermögen, an deinwir eine primitive Form erkennen, die allen Individuen einer Gattung zukömmt, mögenauch die äußeren Gestalten dieser Gattung noch so sehr von einander abweichen, (Mang.)
Betrachten wir die Pflanzen - und Thierwelt, bloß nach ihrer äußern Bildung,so entdecken wir eine Mannigfaltigkeit, welche unsere Phantasie im höchsten Grade begei-stert, wovor aber unsere Intelligenz, durch die Größe des Gegenstandes alles AuffasscnSunfähig, gedemüthigt in den Staub zurücktreten muß. Dringen wir aber in die innereStructur der Pflanzen und Thiers, so enthüllt sich uns eine Gleichförmigkeit, eine Ein-fachheit, wodurch wir im Stande sind. Regeln und Gesetze einer vergleichenden Anato-mie aufzustellen.
Wenden wir unfern Blick nach den mancherlei) Arten der Bewegung im Universum,so zeigt sich an den Methoden derselben bey Pflanzen und Thieren, im Kriechen, Gehen,Laufen, Fliegen, Springen ......, eine unübersehbare Mannigfaltigkeit; hingegen zeigt
sich in der Methode der Bewegung an den Himmelskörpern (welche sich auf Rotation undFortschreiten in Ellipsen, Krcistn, Parabeln und Hyperbeln reduciren) eine bcwundernöwertheEinförmigkeit. Hier müssen wir nun erwägen, daß wir nicht vermögen, die Methode derBewegung an den Himmelskörpern durch unmittelbare Wahrnehmung auszufassen, wie wirdieses rucksichtlich der Methode der Bewegung an Thieren und Pflanzen im Stande sind.
Alles dieses zusammen genommen, mag uns berechtigen, folgendes Gesetz aufzustel-len: Die Action der Natur äußert sich nach der auffallenden: Seite hin,
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H Link Anatomie und Physiologie der Pflanzen.