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Skizzen zu einem Gesetzbuch der Natur, zu einer sinnigen Auslegung desselben, und zu einer hieraus hervorgehenden Characteristik der Natur,
Entstehung
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IX
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gm, auf die unbegreiflichste Weift vereinigen; sie erscheint als die verkörperte Darstellungder Idee vom höchst-.-» philosophischen aber auch ästhetischen Werthe.

Nur ein höheres Wesen vermochte, eine Idee in Wirklichkeit darzustellen, die Weltzu schaffen. Der Mensch kann ftlbsigeschaffene Welten erdichten, sie durch Worte, Töne,Formen, Li nen, Farben, bey andern zum Bcwußtseyn bringen; allein er ist nicht imStande, seine D chtung in Wirklichkeit darzustellen, außer, in so fern hiczn bloß eineneue Combination von schon vorhandenen Dingen erforderlich ist. Der Mensch wehrt dieVerheerung re-ss nder Flüsse ab; weiset Strömen und Flüssen neue Bette an; seht sogar demfewt eh cinnden u-berschwemmen des Oceans Gränzen. Er ändert das Klima unermeßli-chrr Landstriche durch Wälderausrottung, Sümpfeauslrocknung, Kultur des Bodens u. s. w.(Wie war Temschland nach 1'avitris Beschreibung von dem tHigcn verschieden?) Ergründet unermeßliche Reiche, worin ?l>leS, selbst der Mensch, seinem Machtgebote unter-worfen ist; hier wirkt er ans den Charakter, die Denkweise, den Kuluir- und Sittciizu-stand von M'lbonen seiner Mitmenschen. Allein, dieser allvermögendc Mensch, schrecklichund unerbittlich als Herrscher, vermag nicht das unbedeutendste Gräschen zu schaffen, istnicht im Stande, einer Mücke Leben zu crcheilen. Der Mensch ist groß, gegen allesübrige Geschafft!,e, klein gegen den Schöpfer.

Hatte die Nacur bloß als Mittel zu einem außer ihr liegenden Zwecke dienen sol-len, so wäre es hinreichend gewesen, alle Hauptverrichtungen darin, auf einerlei) Weiftallenfalls nach verschiedenen Quantitäten, vor sich gehen zu lassen. Alle Thiere hartendann blos gebraucht, sich auf eine und dieselbe Art zu bewegen, zu ernähren, fortzupflan-zen, u. s. w. Allein, die Natur ist Selbstzweck, sie ist die verkörperte Darstellung ei-ner Idee, hervorgegangen aus der mit Vernunft gepaarten Phantasie des unendlichen Gei-stes. Sie ist nicht bloß ein zweckmäßiges Werkzeug zur Hervorbringung gewisser Effekte(wie etwa eine vom Menschen construirce technische Maschine); nein! sie ist zugleich einWerk der Kunst vom höchsten ästhetischen Werthe. Daher die Mannigfaltigkeit in Ge-stalten, Farben, und überhaupt in sinnlichen Darstellungen, daher die Verschiedenheit inden auf einerlei) Endzweck abzielenden Bewegungen; daher die Verschiedenheit in den Er-nährungsweisen, in den Arten der Fortpflanzung, u. s. w. Der - Mensch sollte gehen, derFisch schwimmen, die Meerkatze von einen, Aste auf den andern springen, und sich da -bei) mittelst ihres ringeludm Schwanzes fangen; der Vogel sollte zu seiner Fortbewegungdie Nachgiebigkeit der Luft gegen keilförmige Körper, und zugleich deren Widerstand ge-gen ausgebreitete Flachen verwenden, und sollte hiedurch mit unbeschränkter Willküho diedrey Dimensionen des Raumes durchlaufen.

Wir sind gewohnt, es dem Menschen zum Verdienste anzurechnen, wenn es ihmgelingt, die manmgfaltigsten Resultate durch einfache und einförmige Mittel zu erreichen.

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