bis heute erhalten. Bei den Hunnenkämpfen am Rhein litt auch Kölnschwer. Ein Niederschlag dieser Zeit ist für die Stadt die Legende vondem Tode der 11 000 Jungfrauen. In der Katalaunischen Schlacht gegenAttila kämpften Franken und Sachsen auf seiten der Römer. Bedau-ernd fügt der Chronist hinzu, „einst römische Soldaten, jetzt Hilfs-truppen“. An der Verfolgung der zurückweichenden Hunnen nahmenwiederum Franken teil.
Hatten die Franken ursprünglich unter selbstgewählten Führern ge-standen, so finden sich doch um diese Zeit längst bei ihnen Könige.Einer der mächtigsten jener Zeit war Chlojio, dessen Castrum Gregorvon Tours „Dispargum“ nennt. Ueber die Lage dieses „Dispargum“ istviel gestritten worden. Man hat es überall gesucht, im Land der Tung-rer, auch im Ruhrgebiet, wo K. Plath in Duisburg das alte Dispargumzu erkennen glaubte. Wahrscheinlich ist die erste Ansicht die richtigere.
Von Dispargum aus eroberte Chlojio den südlichen Teil von Ger-mania inferior und Gallien bis zur Somme. Merovech, vielleicht ChlojiosSohn, wurde Stammvater des Merowingischen Geschlechtes.
Dessen Sohn war Childerich, der nach einem wechselvollen Leben 481starb. Sein Grab wurde 1653 auf dem Friedhof der Kirche St. Brixiusin Doornick aufgefunden. Es enthielt viele Reste golddurchwirkterGewänder, fränkische Gold- und Silbermünzen, eine eiserne Franciska(Axt), einen Speer, ein Langschwert (Spatha) in goldbeschlagener al-mandinbelegter Scheide, ein Kurzschwert (Skaramosax), ebenso ver-ziert, eine goldene Armbrustfibel, einen goldenen Siegelring mit Platte,auf dem das Bildnis eines Mannes, bartlos mit langem Haar, abgebildetwar mit Speer und Panzer, darüber die Umschrift: „Childerici regis“(Des Königs Childerich). Seine Gemahlin Basina, die Frau des Thü-ringerfürsten Bisin, bei dem Childerich einst als Flüchtling Aufnahmegefunden hatte, ruhte in demselben Grabe. Nachbildungen eines Teilesdieser Grabfunde befinden sich im Museum für Vor- und Frühgeschichtezu Köln.
Zu Julians Zeit fanden wir die Salier als einen Teil des Franken-stammes und als Bewohner der Bataverinsel sogar noch darüber hin-aus bis zum Meer. Das Herz des Frankenlandes war jedoch dasRhein-Ruhrgebiet, von wo aus auch der Vorstoß des Chlojio in dasrömische Gallien erfolgt sein mag. Der bedeutende und dauernde Erfolgdieser Unternehmung sicherte Chlojio das Uebergewicht über sämt-liche Frankenstämme, ein Verhältnis, das durch die bedeutenden Per-sönlichkeiten seiner Nachfolger gehoben und befestigt wurde.
Aus dem verwandtschaftlichen Verhältnisse der fränkischen Stammes-fürsten zur Zeit Chlodowichs (Chlodwigs) läßt sich schließen, daßsie seit alters bestand und nur dadurch zu erklären ist, daß bei denfrüher erfolgten Ausdehnungen jedesmal einem Mitglied der eigent-lichen Königsfamilien in dem neuen Gebiete die Herrschaft übertragenwurde.
Nach der Eroberung Nordgalliens erstreckte sich das neue Franken-gebiet bis zu den salischen Franken, dessen König Chararich mit seinemSohn, auch ein Verwandter Chlodowichs, von diesem beseitigt wurde.Dadurch war das alte salische Gebiet mit dem neuen Reiche ver-
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