und Fühlingen. Hier wurde vor einigen Jahren durch die Eisenbahn-Verwaltung ein weites Gelände abgebaggert, bei welcher Gelegenheitzahlreiche Bodenaltertümer aus den verschiedensten vorgeschichtlichenPerioden geborgen werden konnten, so daß gerade dieser Platz fürunsere Kenntnis der vorgeschichtlichen Vergangenheit des Kölner Stadt-gebietes von der größten Bedeutung geworden ist. Im diluvialen Kieskam beim Baggern ein Schädel zum Vorschein, der nur als Rest demLöffel des Baggers entnommen werden konnte. (Bild 2.) Dieses Schädel-dach trägt deutliche Merkmale der eiszeitlichen Menschenrasse, undzwar anscheinend einer Mischung der Neandertalrasse mit der Aurig-nacrasse. Besonders wichtig sind die Ueberaugenwülste (im Bildlinks); echte tori supraorbitales des homo primigenius — der Nean-dertalrasse.
Nicht weit von dieser Fundstelle lag eine Feuersteinklinge mit Rand-bearbeitung und Kratzerende. (Bild 1.) Die Technik weist diese Klingedem Jungpaläolithikum, und zwar der ersten Epoche, der Stufe vonAurignac zu. Das Stück ist gerollt. Zwei Pectunkulus-Muscheln, eben-falls dem Diluvium angehörig, kamen an derselben Stelle zum Vor-schein, wiederholt auch Mammutreste, an denen die Kölner diluvialenKiese sehr reich sind. Zähne und Stoßzähne werden noch immer hiergefunden, so bei Ehrenfeld ein mächtiger Stoßzahn des Elephas Anti-quus, jetzt im Kölner Museum für Vor- und Frühgeschichte, bei Kalkvor einigen Jahren der Schädel eines Mammut mit seinen zwei Stoß-zähnen und an verschiedenen Stellen des Stadtgebietes in KiesgrubenBackzähne von Mammut u. a. .
Da die Funde bei Fühlingen in den Kiesanschwemmungen des Rheineszu Tage gekommen sind, ist eine Siedelstätte daselbst trotz der gefun-denen Klinge nicht anzunehmen. Die Reste des Schädels lassen jedochdurch das Fehlen der Abrollungsmerkmale vermuten, daß dieserMensch nicht allzuweit von der Fundstelle gelebt haben mag. Dasselbegilt auch für die Klinge, die uns die Anwesenheit des Jungpaläolithikersin der hiesigen Gegend beweist.
Das sind die ältesten Menschenspuren im Kölner Stadtgebiet.
4. Die Mittelsteinzeit (Mesolithikum) im Kölner
Stadtgebiet.
Viele Jahrtausende langsamen Kulturfortschrittes mußten vergehen,ehe sich die Menschheit in Europa aus den eiszeitlichen Verhältnissen,zur Kultur der jüngern Steinzeit entwickelte.
Mittelsteinzeit nennt man die Periode, in der die Klingenkultur zurBeilkultur allmählich fortschreitet. Einfache ungeschliffene Beilfor-men, Grat- und Querbeile genannt, wie sie besonders zahlreich an derNordsee, in Belgien und Frankreich Vorkommen, sind für diese Zeitcharakteristisch, daneben noch zahlreiche andere Geräte aus Knochenund Feuerstein. Das Waldklima herrscht, alle kälteliebenden Tieresind verschwunden. Der Hirsch ist jetzt Hauptjagdwild, aus dessen
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