eint, und so der Name Salier bald auf dieses übertragen, so daß dieBezeichnung „Salier“ nunmehr sämtliche Frankenstämme von Nord-gallien bis zu den Rheinmündungen umfaßte, im Gegensatz zu den„Ripuariern“, die zuerst auf dem rechten Rheinufer, seit 400 jedochauch auf dem linken Rheinufer saßen. Bei den Ripuariern war zuChlodowichs Zeit Sigbert König, ein Vetter des Saliers. Er residiertein Köln.
Leider ist von ihm, seiner Wirksamkeit, seinem Palast nichts in Kölnüberliefert und erhalten. Nur Gregor von Tours berichtet, daß er inder Alemannenschlacht auf seiten Chlodowichs gestritten und ver-wundet worden war, seit welcher Zeit er hinkte und Sigbert der Hin-kende genannt wurde. Sein Sohn war Chloderich, Chlodowichs Mit-kämpfer in der Entscheidungsschlacht gegen die Westgoten beiVouille. Die listige und grausame Beseitigung von Vater und Sohn durchChlodowich ist bekannt. Als sie gelungen war, reiste Chlodowich an Ortund Stelle, also nach Köln, versammelte die Franken und hielt ihnendie Freveltat Chloderichs vor, der den Vater in Angst versetzt habe; er,Chlodewig, strebe ihm nach dem Leben, berichtet Gregor weiter. So seider Vater zur Flucht aus Köln in den Buchonischen Wald veranlaßt,dort aber durch gedungene Mörder von Chloderich umgebracht worden.Dafür sei Chloderich mit Recht von einem Franken erschlagen worden.
Chlodewich riet den Franken, sich ihm zuzuwenden und ihn alsKönig zu wählen. Da schlugen alle Versammelten die Schilde, hobenChlodewich auf den Schild und setzten ihn zum König ein über dasRipuarer Land. So kamen Sigberts Reich und Schatz an Chlodewig,sagt Gregor von Tours. Er hebt den großen Königsschatz besonders her-vor, den jeder germanische Stammeskönig damals besaß und den erstets zu vermehren trachtete (Nibelungenschatz). In den Geschichts-büchern Gregors von Tours spielen Königsschätze noch eine großeRolle.
Nachdem Chlodewich den Rest der Römerherrschaft beseitigt, dieAlamannen sich unterworfen, Westgoten und Burgunder besiegt undzurückgedrängt, und alle fränkischen Stämme zu einem Ganzen ver-eint hatte, war ein Reich gegründet, das den größten Teil von Gallien,die beiden ehemaligen römischen Provinzen Ober- und Niederger-manien, und ein weites Gebiet auf dem rechten Rheinufer, begrenzt vonSachsen und Thüringen, umfaßte.
Den Schwerpunkt dieses Reiches verlegte er, den Traditionen seinesVaters und Großvaters folgend, nach Gallien und residierte in Paris(Lutetia Parisiorum), wo er auch begraben liegt. Unter Karl demGroßen erfolgte später die weitere Ausdehnung des Reiches, dabeiwurde Aachen Mittelpunkt dieses fränkischen Weltreiches.
Köln hatte allerdings durch diese neuen Ereignisse und Bildungenseine Metropolstellung verloren, doch war es jetzt Sitz eines Bischofsund eines fränkischen Grafen. Allmählich hob sich die Stadt durch dieBischöfe zu neuem Glanz, das bischöfliche Köln, den später das er-starkte Bürgertum bewahrte und mehrte.
Immer aber blieb in Köln das Zusammengehörigkeitsgefühl mit demweiteren Vaterlande, dem Reiche, herrschend, Erbteil der fränkischenVorfahren, denen in höherm Maß als allen andern Germanenstämmen
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