I. Allgemeine Uebersicht.
Die Abfolge der Entwicklungsstufen Kölns ist bekannt genug. DieStadt wuchs aus dem mittelalterlichen Köln, dieses wieder baut sichauf der fränkisch-karolingischen Stadt auf, die selbst die römischeColonia Agrippinensium zur Unterlage hat.
Vor der eigentlich römischen Zeit tritt gegen Ende der vorchrist-lichen Periode die Stätte zuerst als befestigter germanischer Platz„Oppidum Ubiorum“, gleichzeitig als Lager von römischen Legionen inder Geschichte auf. Merkwürdigerweise entspricht dieser Stufenfolgejedesmal eine weitausholende Vergrößerung des eigentlichen Stadt-gebietes. Ueber den am Anfang sehr bescheidenen Erdwall des ubischenOppidums mit seinen Palisaden und Tordurchlässen hinaus, an welchessich das Legionslager unmittelbar anschloß, drängten sich später dieStadtmauern und Tore der Colonia Agrippinensis, deren Bering wieder-um dem landliebenden Bauernvolke der Franken nicht genügte.
Vor der Römermauer entstanden deshalb gleich mit Beginn ihrerHerrschaft zahlreiche Einzelsiedlungen als „Honschaften“ zusammen-geschlossen, deren rasches Wachstum allmählich zu festem Zusammen-schluß mit den Honschaften innerhalb des römischen Stadtberingsführte. Der Ausbau des so in der Frankenzeit Begonnenen ergibt dasmittelalterliche Köln.
Durch Erbauung einer neuen Stadtmauer um 1200 wußte diese ausgleichartigen Bestandteilen zusammengewachsene Einheit sich macht-voll Ausdruck zu verleihen. Jahrhundertelang blühte dies mittelalter-liche Gemeinwesen, indes neue Siedlungen, die zu selbständigenDörfern und Städten sich auswuchsen, wiederum vor den Mauern ent-standen, da durch den neuzeitlichen Festungsgürtel der eigenen Aus-dehnungskraft der Stadt eine unüberwindliche Schranke gesetzt war.
So gelangte Köln erst spät zu einer Vergrößerung seines Stadt-gebietes, die 1881 durch die ungestüme Beseitigung des altehrwürdigenMauerringes sich ankündete. Im raschen Ausbau des neuen Gebietesfand die lange zurückgedrängte Lebenskraft der Stadt zunächst Zielund Aufgabe. Doch vermochte der in den achtziger Jahren des vorigenJahrhunderts von neuem gezogene mächtige Erdwall nicht mehr seinetrennende Schranken zu behaupten.
Nach und nach gingen sämtliche Gemeinwesen in weitem Bereich,nun auch auf der rechten Rheinseite, in der Stadt Köln auf. So ist esgekommen, daß nunmehr das Stadtgebiet (ohne Worringen) 19 727 ha,mit Worringen 25124 ha umfaßt. Davon fallen 9877 ha auf die rechteRheinseite. Wahrlich eine gewaltige Fläche im Vergleich zu den wenigenHektaren der ubischen Gründung und den etwa hundert der Römerstadt!
Die in den verschiedenen geschichtlichen Entwicklungsstufen er-folgte Bautätigkeit ließ jedesmal nach und nach ein neues Stadtbild