zu eigen war, zum Wohle des Ganzen sich unterzuordnen und persön-liche Beschränkungen zu ertragen. Der innige Zusammenhang derRheinfranken mit den Stämmen des rechten Rheinufers, der allein dieSelbständigkeit des ganzen Rheingebietes in Vergangenheit und Zukunftzu wahren imstande ist, war seit jeher eine politische Ueberzeugungin Köln, die in dem an die Frankenzeit gemahnenden Wahlspruchihren treffenden Ausdruck gefunden hat:
„Halt faß am Rieh, du Kölschen Boor,
Mag et falle söß of soor!“
II. Beschließung.
In der beigefügten Karte des Kölner Stadtgebietes sind die bespro-chenen Fundplätze eingetragen. Immer ist vor Augen zu halten, daß wiruns erst am Anfang unserer Kenntnis der vorgeschichtlichen Verhält-nisse befinden. In diesem Sinne will die gesamte Darstellung der KölnerEntwickelung betrachtet werden, aber trotz mancher Lücken schienes hohe Zeit, das bisher Erforschte zunächst einmal zur Darstellungzu bringen.
Ueber eine Reihe von Jahrtausenden geht die Vorgeschichte undGeschichte unserer Stadt. Wir erkennen, daß seit altersgrauer Zeitauf stadtkölnischem Boden viel „Geschichte“ gemacht worden ist.
Siedlungen grauester Vorzeit ziehen vor unserem Auge vorüber.Wir sehen dann Urkelten und Kelten am Werk. Später setzt die ger-manische Einwanderung ein. Erst durch keltisch-gallische Hindernissebeengt, dann durch römische zielbewußte Arbeit zurückgedrängt, hatsie sich in 1000 Jahren (von 500 vor bis 500 nach Chr.) siegreich durch-gesetzt und Köln mit dem gesamten Rheinland zu einem deutschenLande gemacht.
So erkennen wir einen der Hauptzwecke der Vorgeschichtsforschung:Sie lehrt durch ihre mühevolle Bodenarbeit uns zurückkehren zu denWurzeln der Geschichte, eben zur Vorgeschichte.
Denn Geschichte im wahrsten Sinne treibt nur der, der die Zusam-menhänge zu ergründen trachtet — nicht der, der Geschichtstabellenaufhäuft. Und da kann die geschriebene Urkunde nicht der Vorge-schichtsforschung entbehren. Das ist die Bedeutung der Vorgeschichte:sie sucht nach der schier unendlich zurückliegenden Begründung fürdas geschichtliche Geschehen.
In diesem Sinne hoffen wir, durch das Kölner Museum für Vor-und Frühgeschichte noch viel nützliche Arbeit leisten zu können. Mögenwir in nicht allzuferner Zeit das hier Gegebene mit möglichster Be-reicherung wieder bringen können!
Die Fundorte, bekannte und noch unbekannte, sind da, es gilt nur,sie zu finden, zu bearbeiten und richtig zu deuten!
C. Rademacher.
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