standen haben. Den Ruhm Kölns zur Römerzeit, Mittelpunkt bedeuten-den kunstgewerblichen Lebens zu sein, hat das fränkische Köln aufge-nommen, und diesen Ruhm hinübergeführt in die Zeiten des Mittelalters.
Das fränkische Kunstgewerbe hob sich in Köln bald zu einer ach-tunggebietenden Höhe. Der Charakter der frühgermanischen Kunst istein ausgesprochen ornamentaler. Es galt, einen Gegenstand des Ge-brauches zu schmücken. Dabei war dem Germanen der Wechsel vonverzierten und nichtverzierten Teilen einer Fläche, welchen Wechseldie Antike liebte, fremd. Der germanische Künstler brachte seine Orna-mente auf der ganzen ihm zu Gebote stehenden Fläche zur Darstellung.
Speer und Axt finden sich mit Gold und Silber tauschiert. Die Schwer-ter hatten kostbare Griffe, ebenso Parierstange und Knauf, vor allemdas Ortband (Schlußstück der Scheide). Bei den runden mit Lederüberzogenen Schilden von Lindenholz waren die Buckel oft mit Goldund Silber überfangen und mit Edelsteinen umgeben. Fränkische Helmestellen oft wahre Kunstwerke dar. Es waren Spangenhelme von kugel-runder Kuppelform mit Stirn- und Nasenschild.
Töpferei stand bei den Franken auf ganz beachtenswerter Höhe, wieauch die Glasarbeit, die sie von den Römern übernommen hatten, aberbald Eigenes darin leisteten in Form und Art der Verzierung durchSchliff oder Auftragung von andersfarbigen Glasbändern, sogar in Netz-manier.
Die mantelartigen Uebergewänder von Männern und Frauen wurdenzu beiden Seiten durch schöne Spangen oder Fibeln auf den Schulterngehalten. Diese Spangen waren reich gestaltet und sind von einer er-staunlichen Mannigfaltigkeit, aus Bronze, Silber und Gold, das Mittel-stück mit verschlungenen Linien geziert, bei denen das Tierornamenteine Hauptrolle spielte. Auf der Brust trugen die Frauen Rundfibeln mitZellenalmandinen, oft in Zellenglastechnik oder tauschiert. Svastika(Hakenkreuz) und Triskele (Dreibein) sind häufige Motive.
Die Ledergürtel hatten prächtig ornamentierte Schnallen, nicht seltenmit Edelsteinen besetzt, die Bügeltaschen am Gürtel oft Zellenglas-technik. Handgelenke und Finger zierten Ringe aller Art. Die Frauentrugen kunstvoll durchbrochene Ohrringe aus Bronze, Silber, Gold, dazueinen buntfarbigen Schmuck aus Perlen von Glas, Bernstein, Silber,Gold, Edelsteinen. Zierscheiben aus durchbrochenem Bronzeblechwaren bei den Frauen sehr beliebt.
Das Kunstgewerbe in Holz, Metall, Glas, Ton, hatte also in Köln voll-auf Gelegenheit, sich zu der Höhe zu entfalten, auf der es die rheinischenFrankengräber durch ihren Inhalt erkennen lassen.
Noch hatten die staatlichen Verhältnisse sich nicht geklärt, als '151die Hunnen über den Rhein zogen. Heldenmütig kämpften die Burgun-den, ein nordgermanischer Stamm, der sich bei Worms festgesetzt undhier ein burgundisches Reich gegründet hatte, gegen sie. Den tragischenUntergang eines großen Teiles der Burgunden durch die Hunnen hat dasNibelungenlied aufbewahrt. In zahlreichen nicht erhaltenen Gesängenmuß damals am Rhein das Lob dieser burgundischen Helden erklungensein. Sie sind verschollen, nur in der Edda haben sie sich in derFassung, so wie sie bei den Nordgermanen Eingang gefunden hatten,
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