kaum seßhaft, die alte Wirtschaftsform des Eiszeitalters — Sammel-tätigkeit und Jagd betrieben, daneben aber die Viehzucht kannten. In denkleinen, geometrischen Geräten sind Pfeile, Fischangeln und Tätowier-messer zu sehen.
Im Kölner Gebiet kommt Feuerstein nicht an Ort und Stelle vor; dieWerkstätten der Kleinindustrie beweisen jedoch, daß durch Wande-rung und Handelsaustausch das wertvolle Material gewonnen wordenist. Bemerkt sei noch, daß auch bei Troisdorf und in der Eifel dieseKultur nachgewiesen werden konnte.
5. Die jüngere Steinzeit (Neolithikum) bis 2000 v. Chr.im Kölner Stadtgebiet.
Der letzte Abschnitt der Steinzeit, jüngere Steinzeit oder auch Zeitdes geschliffenen Beiles, Neolithikum genannt, zeigt uns den Aufstiegder europäischen Menschheit zu bedeutsamer Kulturhöhe. Die Beile,aus hartem Felsgestein oder Feuerstein hergestellt, werden zierlich ge-schliffen. Daneben behaupten die geschlagenen Geräte, also Kratzer,Schaber, Spitzen, Messer ihre alte Rolle. Der Ackerbau ist jetzt allge-mein und sehr vervollkommnet. Der einfache Grabstock hat der Hacke,ja sogar schon dem Holzpflug mit angeheftetem Stein als PflugscharPlatz gemacht. Das Getreide wird auf Steinen gequetscht und zu Brotund Kuchen verarbeitet. Spinnen und Weben ist allgemein, Töpferei sehrbevorzugt. Meist zierlich in der Form, werden die Gefäße mit kunst-vollen Mustern verziert, und kommt in diesen Arbeiten das Kunstwollender Zeit zum Ausdruck. Der Hausbau hat große Fortschritte gemacht.Wohl wird noch zum Teil die Hütte der Wärme wegen in den Bodeneingelassen, doch werden gesonderte Wohn- und Schlafräume nachge-wiesen. Für die Toten bereitete man in pietätvoller Weise die letzteRuhestätte; in Flachgräbern und Grabhügeln wurden die Leichen bei-gesetzt oder, gegen Ende des Abschnittes, verbrannt, mancherlei Bei-gaben den Toten mitgegeben.
Die Bevölkerung fängt an, sich mannigfach nach Art und Herkunftzu gestalten. Es lassen sich im Rheinland mehrere ethnologisch ver-schiedene Volkselemente nachweisen, die zum Teil aus dem Nordosten,zum Teil aus Süden und Westen sich in unserem Gebiete niedergelassenhaben.
Die alte Bevölkerung am Rhein, aus der Mittelsteinzeit hervor-gegangen, mußte sich gegen diese neuen Einwanderungen schützen. Soentstanden hier jene mächtigen Festungsbauten, die in Urmitz undMayen vor Jahren schon festgestellt worden sind und von denen manzuerst glaubte, daß es römische Anlagen sein müßten. 40 000 cbmErde sind nachweisbar bei dem Urmitzer Festungswerk bewegtworden, gewiß eine gewaltige Leistung, die unbedingt die Zusammen-arbeit eines ganzen Stammes zur Voraussetzung hat.
Nach dem Orte Untergrombach in Baden heißt diese Kultur Unter-grombacher, wegen der Uebereinstimmung mit den Schweizer Pfahl-bauten auch Pfahlbauten-Kultur. Eine Niederlassung derselben wurde
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