3. Die ältere, diluviale Steinzeit im Kölner Stadtgebiet.
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Die Altsteinzeit fällt in die geologische Vergangenheit, das Diluvium,und zwar mit seinem ersten Abschnitt in ein warmes Interglacial unddie darauf folgende Eiszeit, der zweite in die letzte Zwischeneiszeitund Eis-Zeit. Beide Abschnitte sind durch eine besondere Kultur aus-gezeichnet, Fäustelkultur heißt die erste, Klingenkultur die zweite.
Zwei Rassen erscheinen als Träger dieser Kulturen, die Neandertal-rasse (Homo primigenius) und die Aurignacrasse (Homo priscus). DieLebensbedingungen der Neandertalrasse waren in der Zwischeneiszeit,wo sie zuerst in die Erscheinung tritt, günstig. Das warme Klima ge-stattete ein Leben unter freiem Himmel, bis die hereinbrechende Eis-zeit die Menschen zwang, Höhlen als Wohnplätze aufzusuchen. Währenddieser Zeit machte die alte Rasse keine Fortschritte, so daß die neueRasse der Aurignac-Leute, welche vielleicht von Osten her in Europaeinwanderte, bald die Vorherrschaft gewann. Es war eine Rasse, diesich dem kalten Klima der letzten Eiszeit angepaßt hatte und demmodernen Menschentypus bereits sehr nahe stand. Das Klima, zeitwei-lig ein kaltes Steppenklima mit verschiedenen Schwankungen, ging all-mählich in das gemäßigte Waldklima der Gegenwart über.
Die großen Säugetiere der frühen Zeit, Höhlenbär, Höhlenlöwe,sibirisches Nashorn und Mammut, starben nach und nach aus. DasRenntier blieb länger, bis es mit Eisfuchs, Elen und Moschusochse nachNorden zog. Hirsch, Reh, Wolf, Bär, Wildschwein, Urstier und Bisonblieben bis zur geschichtlichen Zeit. Wildpferd, Renntier, Hirsch warendie Hauptjagdtiere der Menschen. Die eiszeitlichen Jäger waren Ver-treter der Klingenkultur, Jungpaläolithiker, wie man sie nennt zumUnterschiede von den Altpaläolithikern der Fäustelkultur. Beide lebtenmit Vorliebe in Höhlen und Grotten, wie das die Ausgrabungen desKölner Museums für Vor- und Frühgeschichte im Kartstein bei Eiserfey(Eifel) 1911—13—22 bewiesen haben. Auch Freiluftstationen treten inunserer Nähe auf, so im Rheinland der Martinsberg bei Andernach,die Rabenley bei Oberkassel, Mainz und ältere Siedlungsstätten imLöß bei Koblenz.
Die Feuersteintechnik wurde von den Jungpaläolithikern zur höch-sten Blüte gebracht, daneben aber auch Knochen, Horn und Elfenbeinzur Herstellung von Geräten und Waffen benutzt. Ackerbau, Viehzuchtund Töpferei fehlten. Doch beweisen die Werkzeuge mit ihren Verzie-rungen und Skulpturen sowie Zeichnungen und Malereien auf Steinenund Felswänden das Blühen einer wirklichen Kunst.
Das Fehlen jeder Höhlenbildung im Kölner Stadtgebiet läßt deshalbschon gleich vermuten, daß Menschen während dieser Periode auf demhochwasserfreien Gelände des linken Rheinufers sich nicht zahlreichangesiedelt haben können, obschon der Reichtum an jagdbaren Tierensehr groß gewesen sein muß, was zahlreiche Wildpferdknochen undandere, die bei Erdarbeiten auf dem linken Wupperufer zu Tage ge-kommen sind, beweisen.
Eine Fundstelle des Stadtgebietes hat jedoch deutlich Spuren des di-luvialen Menschen geliefert, nämlich das Gelände zwischen Merheim