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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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vingischen Steinkirchen in Köln den für die Franken allerorts typischenBaustil aufzuweisen, von denen Anklänge in dem ältesten Teile derKirche St. Pantaleon sich nachweisen lassen. Dazu gehört die Anlageder Vorhalle zwischen zwei runden Treppentürmen, die im Mauerwerkeingelegten Tonplatten, die mit Ziegeln durchschossenen und einge-faßten Bögen.

Wie die fränkischen Stein-Wohnbauten in Köln zu dieser Zeit aus-gesehen haben, darüber gibt uns der in Trier erhaltene sogenannteFrankenturm guten Aufschluß. Es ist dies einWohnturm, gleichzeitigauch zur Verteidigung geeignet, ein länglicher Bau von 16,50 m Längebis 9,50 m Breite. Er hatte ursprünglich fünf Stockwerke und stammtaus spätfränkischer Zeit. Vor zweihundert Jahren waren in Triernoch fünf solcher Wohntürme erhalten, die in Köln gewiß ebenso einstsich vorfanden.

Das in Köln alsRömerturm bekannte Bauwerk, der südwestlicheEckbau der römischen Stadtbefestigung, ist in seiner ganzen Fläche mitden mannigfachsten, geometrischen Mustern geziert, die aus verschieden-farbigen Steinen bestehen. Haupt hält das Aeußere dieses Turmes, derseinen NamenRömerturm zu Recht führt, für das Werk der Frankendes 6. bis 7. Jahrhunderts n. Chr.; da derselbe Flächenschmuck hiersich vorfindet wie an anderswo erhaltenen, längst als fränkisch er-kannten Bauwerken, besonders in Frankreich.

Der fränkisch-merowingische Steinbau zeigt nämlich eine Vorliebefür buntgestaltetes Mauerwerk. Kleine fast quadratische Steine bildendie Grundlage. Dazu treten durchlaufende rote Ziegelschichten mit aller-lei Mustern durch bunte Steine; in den Bögen, Wechsel von Backsteinenund Hausteinen, und vieles andere. In der Verwendung römischerZiegel bei Bögen und Mauerwerk mancher spätem romanischen KircheKölns lebt diese Vorliebe für eine lebhafte Gestaltung der Außenfassadenoch lange fort (Maria am Kapitol).

An der äußeren nördlichen Seite des Dekagons von St. Gereon sindauch noch Rosetten, aus römischen Ziegeln gebildet, sichtbar.

Leider sind die ältesten fränkisch-merowingischen Steinkirchen inKöln sämtlich infolge von Neubauten verschwunden, da die Sitte derZeit die Beibehaltung der altgeheiligten Stätte unbedingt erforderte,wenn das vorhandene Gotteshaus aus irgend einem Grund erneue-rungsbedürftig schien.

So ist es gekommen, daß kein einziger bedeutender Kirchenbau derGermanen aus der Zeit vor Karl dem Großen sich erhalten hat. Dereinzige bekannte Merowingerbau in Deutschland ist die Halle zu Lorch.Auch hier ist die Vorderfront mit übereckgestellten Drei- und Sechs-eckmustern versehen.

In dem nähern Gebiete der Umgebung Kölns sind viele fränkischeGrabfelder bekannt und untersucht, aus denen die hohe Blüte der da-maligen Kleinkunst hervorgeht. Solche Begräbnisstätten sind bei Roden-kirchen, im Vorgebirge, in der Eifel (Nettesheim), bei Schwarzrheindorfund vor allem im ganzen Gebiete des Neuwieder Beckens.

Die Annahme liegt nahe, daß ein großer Teil der aus diesen Grabfeldernentnommenen Kunstsachen in Köln selbst entstanden ist, daß hierWerkstätten für Tauschierung, Niello, Filigran und Zellenverglasung be-

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