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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Die fränkischen Grabfelder der eigentlichen Stadt Köln sind längstverschwunden, wenig ist davon erhalten. Im jetzigen Kölner Stadtge-biet liegt eines vor der Marienburg, auch bei Niehl und Fühlingen jeeines, in etwas weiterer Entfernung rheinaufwärts bei Godorf dichtam Rhein. Die Funde sind leider zerstreut. Auch innerhalb der Alt-stadt sind Grabanlagen gefunden (Gereonshof).

Im Kölner Museum für Vor- und Frühgeschichte befinden sich nurgeringe Bronzereste, Schnallen und Riemenzungen aus dem Grabfeldevor der Marienburg und einzelne Scherben von Fühlingen; aus demfränkischen Köln selbst eine Franziska (Wurfaxt) bei einem Neubauder Gereonstraße gefunden. Im Wallraf-Richartz-Museum eine flacheGlasschale, gefunden Gereonsdriesch, sowie zwei fränkische Armringevom Südbahnhof. Aus dem Kölner Gebiet (1900 in der Sammlung desRegierungsbaumeisters Forst in Köln) ist auch ein silberner Armringbekannt mit Resten von Vergoldung. Die beiden dicken Enden desRinges sind als Drachenköpfe gebildet, deren Augen mit runden vor-stehenden Granaten besetzt sind; die Ohren zieren flachgeschnitteneGranateinlagen. Die Köpfe enden in viereckige Platten mit je zweirechtwinkligen Granaten besetzt. Rankenverzierungen ziehen sich vonden Ohren rückwärts. Durch eine Hakenfeder läßt sich der an derRückseite durch ein Scharnier bewegliche Ring schließen.

Reiche Funde aus dem Neuwieder Becken, welche die Metallarbeitder Franken, ihre Ton- und Glasindustrie, sowie Art der Waffen zurDarstellung bringen, finden sich im Museum für Vor- und Frühge-schichte. Auch das Wallraf-Richartz-Museum bewahrt solche Funde,besonders aus Nettesheim. Außerdem besitzt dieses Museum frän-kische Steinsärge aus Köln mit der charakteristischen Schraffierung,einige mit Kreuz. Sie gehören dem 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. an.

Im Jahre 368 liegen Franken und Sachsen wieder im Kampf gegenRom zu Wasser und zu Lande. Zu ihrer Unterwerfung hob ValentianusTruppen auf dem rechten Rheinufer aus, und es gelang, wiederum denSturm zu beschwichtigen.

Unter Valentianus II. (381392) fielen Genobaudes und Markomer,zwei Frankenfürsten, in das Römerreich ein. Auch Köln wurde in Auf-regung versetzt. Doch noch einmal siegten die Römer. Bald darauf aber,bei einem neuen Vorsturm die Zeit ist nicht bestimmt, es muß aberganz am Ende des Jahrhunderts gewesen sein, blieb Köln im Be-sitze der Franken; denn in derNotitia dignitatum,' deren Aufstellung401 erfolgte, wird Köln nicht mehr als römische Stadt in Germaniainferior angeführt. Als die Franken jedoch in der folgenden Zeit all-gemeiner Wirrnis, da Quaden, Vandalen, Sarmaten, Halanen, Ge-piden, Heruler, Sachsen, Burgunder, Alemannen in Gallien eindrangenund das ganze Land bis zum Meer bedrängten, sich auszudehnen ver-suchten, war der römische Feldherr Aetius gegen sie siegreich. Beiden Kämpfen dieser Zeit war es, daß der Frankenkönig Theodomer,Sohn des Richimer mit seiner Mutter Ascyla, enthauptet wurde (Kon-sularbericht) .

1) Länder- und Städteverzeichnis des römischen Reiches, angelegt am Endedes vierten Jahrh. n. Chr.

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