kirche in Köln zu suchen, in deren Nähe Fundamentreste eines größernrömischen Baues, also vermutlich des Silvanus-Palastes, gefunden sind.
Auf die Nachricht von der Ermordung des Silvanus erhoben sich dieFranken sofort, eroberten 45 Städte auf dem linken Rheinufer, darunterauch Köln, dessen Mauern in Trümmer sanken.
Constantius sandte den Feldherrn Julian, den spätem Kaiser, an denRhein. Julian erstaunte über den Umfang der Verwüstungen. KeineStädte waren am Rhein mehr zu sehen, weder Koblenz noch Ander-nach, nur ein Turm bei Köln, so sagt wohl übertreibend der Chronist.Julian zog von Köln aus in das Frankenland, welches bei dieser Ge-legenheit zum erstenmal „Francia“ genannt wird. Es gelang ihm, dieFranken zur Ruhe zu bringen. Dann kehrte er nach Köln zurück undblieb dort, bis die Festungsmauern wieder hergestellt waren. Eine Ab-teilung fränkischer Plänkler war auf dem linken Rheinufer zurück-geblieben. Sie plünderten die Städte, deren Besatzungen abberufenwaren, und verschanzten sich in ein Kastell an der Mosel. Sie mußtensich ergeben und Julian sandte sie „ad comitatum Augusti“, d. h. siewurden der Leibgarde des Kaisers einverleibt.
Darauf besiegte Julian die Alamannen in der Schlacht bei Straßburg,zog dann wieder über den Rhein bis zum Hercynischen Wald, nahmBodomarius, den Sohn eines Fürsten, gefangen und schickte ihn zumKaiser. Auf dem weitern Zuge kam er zu den Franken der Rheinmün-dung und der Bataverinsel, welche jetzt „Salii“ genannt wurden, undmachte tausend Gefangene. Zosimus, der diesen Zug beschreibt, nenntausdrücklich die „gens. Saliorum“ einen Teil der Franken (quae estpars Francorum) als Bewohner der Bataverinsel. Julian unterwarf dasganze Gebiet von neuem der römischen Herrschaft und suchte die Fran-ken an diese zu gewöhnen. Er nahm sie auch ins Heer auf.
Von der Zeit gab es „alae et cohortes“ 1 der Franken, Salier und Bata-ver. Letztere sind die alten Germanen der Bataverinsel. Als Julian so,wie nie zuvor einer, Germanien beruhigt und fester mit Rom verbundenhatte, zog er nach Paris, wo er vom Heer zum Kaiser ausgerufenwurde. Seine Wirksamkeit war auf andern Gebieten des Weltreichsnötig geworden. Aber bald starb er. Darauf erfolgte sofort eine neueErhebung aller rechtsrheinischen Germanenstämme, die Valentianusnur mit größter Mühe unterdrückte.
Um diese Zeit gingen die Franken vom Verbrennen der Toten zumzum Begraben über. Bis dahin reichen auch die Grabfelder der Früh-franken im Kölner Gebiet. Ihr plötzliches Aufhören hängt mit demWechsel der Bestattungsart zusammen. Die Fortsetzungen unsererGrabfelder als Skelettbestattungen sind noch nicht gefunden.
In Mitteldeutschland läßt sich auf einem vor kurzem entdecktenGrabfeld bei Weimar der allmähliche Wandel verfolgen, da ein Be-gräbnisplatz gleichzeitig Brand- und Skelettgräber enthält. Ein solchesGrabfeld ist im Kölner Gebiete bis jetzt nicht gefunden. Da aber beiNiederpleis Frühfrankenplätze sich finden, nicht weit davon ein Feldmit Skelettbestattung, das allerdings bis jetzt noch nicht untersucht ist,so ist der Zusammenhang für unser Gebiet klar.
1) Alen und Cohorten, römische Bezeichnungen für Teile einer Legion.