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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Kaiser Constantius, 340350, war gezwungen, von neuem gegen dieFranken zu ziehen. Aber trotz Unterwerfungen und Verpflanzungenhatten sie sich bis zum Meer ausgebreitet und vermochten sich uuf derBataverinsel zu behaupten. Constantius soll ihnen Fürsten eingesetzthaben; doch wissen andere Schriftsteller davon nichts, nur daß esihm gelang, die Franken für eine Zeitlang zu beruhigen.

Wohl in diese Zeit ist ein bemerkenswerter Fund zu setzen, der sichim Römisch-germanischen Museum zu Mainz befindet. In der KölnerAltstadt wurde an der Dreikönigenstraße ein großes Grabfeld entdeckt,das neben 200 Brandgräbern 500 Skelettgräber enthielt, die dem 4. Jahr-hundert angehören. Bei den Römern war Brand und Skelettbeslattungüblich, später wurde Bestattung allgemeiner.

Särge aus rotem Sandstein und Spuren von Holzsärgen kamen in derDreikönigenstraße zum Vorschein. Alle Gräber zeigen die übliche Aus-stattung mit Gefäßen und Schmuck; Waffen gaben die Römer niemalsihren Toten mit. Nur das Skelett eines Mannes, im Holzsarge ruhend,machte eine Ausnahme. Es enthielt eine bronzene Armbrustfibel, Sil-berplättchen von einem Ledergurt, Reste des Schildbuckels, dazu Bei-gefäße aus Ton und Glas, die dem gewöhnlichen Inhalt römischer Grä-ber der spätern Zeit entsprechen. Dazu kamen eine Gürtelschnalle undein Schwert, nicht in der Form des römischen gladius, sondern einesgermanischen Langschwertes (spata). Der elfenbeinerne Griff desSchwertes jedoch ist römisch gebildet. Von der Scheide liegt das kreis-runde Ortband vor, dessen Vorder- und Rückseite durch Goldplattie-rung, Vergoldung und Niello verziert ist. Das Muster der Vorderseiteist rein germanisch, die umlaufende Kreisverzierung erinnert anrömische Vorbilder. Dasselbe ist auch bei der Rückseite der Fall, woinnerhalb der geometrischen germanischen Ornamente kleine, stilisierteBlätter mit Spirallinien die antike Beeinflussung beweisen.

Da in Römergräbern sonst keine Waffen Vorkommen, liegt in derbeigegebenen Waffenausrüstung schon der BeWeis, daß wir es hier miteinem Germanen zu tun haben, und zwar mit einem Franken, der zurZeit des Kaisers Constantius oder vielleicht unter Silvanus bei denRömern Kriegsdienste tat und in Köln starb. Zu der Zeit waren vielfachFranken in das Römerreich verpflanzt worden. Ein fränkischer Metall-arbeiter, der wohl in Köln, und zwar in römischen Werkstätten, ar-beitete, wird dieses Ortband hergestellt haben.

Eine Nachbildung dieses wichtigen Fundes befindet sich im Wallraf-Richartz-Museum.

Im Jahre 355 war Silvanus als Feldherr am Rhein gegen die Frankentätig. Wahrscheinlich germanischer Abkunft, drängte er sie zurück undresidierte in Köln selbst wie ein Fürst. Er wurde beim Kaiser ver-leumdet, als strebe er nach dem Purpur. Der Feldherr Ursicinius wardbeauftragt, Silvanus unter Zusicherung seiner Würde nach Rom zuberufen. Doch Ursicinius bestach einen Teil der Soldaten des Silvanus,welche in einer Nacht seinen Palast erstürmten. Silvanus floh und ge-dachte in einer nahe gelegenen Kirche (eonventiculum Christianorum)Schutz zu suchen. Doch auf dem Wege wurde er erschlagen. Man glaubt,diese frühchristliche Kirche sei an der Stelle der jetzigen Cäcilien-

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