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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Kohorten waren durch ihre Tapferkeit hoch geschätzt. Civilis, einBataverfürst, ehemals römischer Offizier in einer Bataverkohorte, warmit seinem Freunde des Verrates gegen Rom bezichtigt und selbst inKetten nach Rom gebracht worden, während der Freund den Tod er-leiden mußte. Dies entflammte den Haß des Civilis so, daß er im Kerkerschwur, Haupt- und Barthaar nicht eher schneiden zu lassen, bis alsSühne für den Tod des Freundes etwas Großes gegen Rom vollbrachtsei. Nach wechselvollen Verhandlungen konnte endlich Civilis in dieHeimat zurückkehren und sein Volk zum Kampfe gegen Rom vorbe-reiten. Klug und verschlagen verbarg Civilis jedoch sein eigentlichesZiel, indem er vorgab, dem Gegenkaiser Vespasian beizustehen. Esgelang ihm, die Römer aus dem Bataverlande zu vertreiben. Durch dieFriesen und einen anderen deutschen Volksstamm verstärkt, griff eram Rheine die römischen Legionen samt der Flotte an und gewann einenglänzenden Sieg. Nun gewann der Aufstand rasch größere Ausdehnung.Die rechtsrheinischen Germanenstämme traten zu Civilis über undsandten Hilfstruppen; auch die Fürsten Galliens traten mit Civilis wegendes Aufstandes in Unterhandlung. Die Römer hatten sich in das Lagerbei Xanten,castra vetera, zurückgezogen; diese Feste wurde belagert.

Vitellius hatte acht Bataverkohorten von Mainz nach Italien beordert,um dort für ihn gegen Vespasian zu kämpfen. Civilis aber wußtedurch eine Botschaft diese Kohorten für sich zu gewinnen. Sie stelltenplötzlich ihrem Legaten die übertriebensten Forderungen, nach derenErfüllung sie erst weitergehen würden. Da diese nicht gewährt werdenkonnten, wandten sie sich der Heimat zu. Der Legat aber hatte demAnführer des Bonner Lagers Weisung erteilt, mit Waffengewalt dieBataver aufzuhalten. Alle Soldaten, im Verein mit den Bürgern, stelltensich vor den Toren der Feste auf, doch leicht durchbrach die mutigeBataverschar die Feinde und zog ungehindert an der Colonia Agrippinavorbei in das Lager des Civilis vor Xanten. Zum Scheine ließ dieserdem Vespasian huldigen und forderte die Legionen in Xanten auf, das-selbe zu tun. In ihrer Treue zu Vitellius verharrend, erklärten sie denCivilis für einen Empörer. Aber dieser ließ durch rechtsrheinischeGermanen das Gebiet der Ubier und Treverer verwüsten, weil sie derErhebung gegen Vitellius beizutreten sich geweigert, im GegenteilHeere gegen den batavischen Aufstand ausgerüstet hatten. Kampf,Verwüstung und Beute gab es auf beiden Seiten. Besonders gegen dieAgrippinenser richtete sich der Haß der jenseitigen Germanen. BeiDüren wurde ein Ubierheer niedergemacht; aus Rache verwüsteten dieAgrippinenser jenseitige Gaue, besonders den der Tencterer, bis sieendlich unterlagen.

Eine Zeit des Erfolges hub für Civilis an, und es wurden Verhand-lungen mit den Fürsten der Treverer und Lingonen eingeleitet. Diewahren Absichten des Krieges, Niederwerfung der römischen Herr-schaft in Germanien und Gallien, traten jetzt deutlicher hervor. Ganzinsgeheim fand in Köln die Beratung des Civilis mit dem gallischenFürsten statt, an der auch ubische Vornehme teilnahmen. Die Mehrzahlder Ubier jedoch hielt an der römischen Herrschaft fest. So geheimdie Zusammenkunft auch gewesen, unter den Erschienenen fand sich einVerräter, der dem römischen Feldherrn alle Beschlüsse mitteilte. Aber

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