stoß gegen die Herrschaft der Römer am Rhein. Es ist dies der Krieg,welcher unter dem Namen „Der batavische Freiheitskrieg“ bekanntist. Die neue Stadt der Agrippinenser wurde durch ihn mehrfach inMitleidenschaft gezogen. Welche Rolle sie in dem Kampfe gespielt,wird aus dem Folgenden ersichtlich. Vorher aber möge noch ein Er-eignis angeführt werden, das Tacitus berichtet.
Agrippina, die Gemahlin des Kaisers Claudius, wußte ihrem SohneNero die Nachfolge in der Regierung zu sichern. Aus der Zeit diesesKaisers schreibt Tacitus:
„Der uns verbündete Staat der Ubier wurde durch ein großes Unglücküberrascht. Flammen, die aus dem Boden hervorbrachen, ergriffenLandhäuser, Fluren, Weiler, und wurden sogar bis in die Mauern derkürzlich gegründeten Kolonie getragen. Kein Regen, kein fließendesWasser, nichts, was feucht war, konnte sie löschen, so daß schließlichverschiedene Landleute, aus Verzweiflung und Wut über die Ver-heerung, die unlöschbaren Flammen zuerst aus der Ferne mit Steinen,dann in der Nähe mit Knüppeln und anderen Schlaggeräten wie wildeTiere angriffen. Schließlich warfen sie ihre vom Leibe gerissenenKleider darauf. Je geringer und schmutziger diese waren, um so bessererstickten die Flammen.“
Wahrscheinlich war es Erdöl aus den Braunkohlenlagern des Vor-gebirges, das dort hervorquoll, sich mit einem der dort entspringendenBäche vermischte, zufällig in Brand geriet und nun als ein Feuerstromdurch die Gefilde sich bis zu den Mauern Kölns ergoß.
Galba, der Nachfolger Neros, hatte den Vitellius, der sich vom Wagen-lenker bis zum Konsularlegaten emporgeschwungen hatte, als Statt-halter nach Niedergermanien gesandt.
Um diese Zeit fingen die römischen Legionen an, ihre Macht zu fühlen,so daß die Entscheidung über die Frage, wer als Kaiser zu gelten habe,in ihren Händen ruhte. Am 1. Januar des Jahres 70 riefen die Legionenden Statthalter Vitellius zum Kaiser aus. Dieser weilte gerade in Köln,als am 2. Januar der Legat Fabius Valens von Bonn, dem Standorte derersten Legion, mit seinen Reitern in die Stadt einrückte und denVitellius als Herrscher begrüßte. Am folgenden Tag erklärten sichauch die Legionen Obergermaniens für den neuen Herrscher, der einenfeierlichen Einzug in Köln hielt. Das Schwert Julius Cäsars, welchesin dem Marstempel der ubischen Stadt aufbewahrt wurde, ward demVitellius überbracht. Voller Eifer und Anhänglichkeit huldigten dieAgrippinenser dem Kaiser, der allerdings seine Herrschaft erst durcheinen Krieg mit dem von anderen Legionen erwählten Kaiser Otho er-ringen mußte. Der Gegenkaiser ward besiegt und tötete sich selbst.
Vitellius war nun in Wirklichkeit Kaiser, aber die Unwürdigkeitseiner Regierung veranlaßte die Legionen des Morgenlandes, den Feld-herrn Vespasian zum Kaiser auszurufen.
Diesen Augenblick des drohenden Bürgerkrieges hielt ClaudiusCivilis, der Bataverherzog, für geeignet, sich gegen die römische Herr-schaft zu erheben. Die Bataver, ein germanischer Stamm, bewohntedie Niederungen der Rheinmündungen samt den davor gelagertenInseln. Sie standen zu dem römischen Reiche nicht im Untertanen-verhältnis, sondern hatten nur Hilfstruppen zu stellen. Die batavischen
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