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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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größere Bauten, ein Forum, ein Palatium, ein Amphitheater, Thermen,Kasernen, Theater, Tempel. Nur von einigen ist die Lage bekannt. EinTempel des Augustus stand an der Nordost-Ecke, die Ara erhielt ihreStelle, wie schon gesagt, auf dem Kapitol, auch die Lage eines Jupiter-tempels ist erforscht. Durch Inschriftensteine sind eine Reihe vonOertlichkeiten in und bei der Stadt bekannt; ein Hain des Lucretius,der Gerstenmarkt und der neue Giinsemarkt. Mancherlei Fabriken fürGlas-, Terrakotta-, Tonwaren befanden sich innerhalb der Stadt. Vor derHohen Pforte,porta alta, Huh Pooz, befand sich ein Heiligtum desMars, in welchem das Schwert Casars aufbewahrt wurde. UnterKaiser Vitellius spielte dieses eine gewisse Rolle.

Die Bewohner nannten sich Agrippinenser, ein Name, der bald fürdie Einwohner des ganzen ubischen Gebietes in Gebrauch kam.

An allen Torstraßen waren Gräber, denn niemals begruben dieRömer innerhalb der Stadt ihre Toten. Die Neußer-, Aachener-, Luxem-burger- und Bonnerstraße sind als Grabanlagen besonders bekannt.Schmälere oder breitere Streifen neben der Landstraße aus warenmit solchen Gräbern angefüllt. An der Luxemburger Straße befand sichjener schöne Steinsarkophag des Severinus Vitalis, eines Veteranender 30. Legion, den Wallraf der Stadt schenkte und der sich jetzt in demnach ihm benannten Museum befindet.

Eine Hauptsorge der Römer bestand darin, ihren Städten gutes Trink-wasser zu verschaffen. Von den großen Kanälen ist die Eifelleitungam bekanntesten. Sie begann unterhalb Nettesheim in zwei Quell-kanälen, führte die Urft entlang bis Kall, über Rheinbach am Vorge-birge vorbei bis nach Hermülheim. Das ist eine Strecke von 80 km.Von Hermülheim war die Leitung auf großen Bogen über Sülz in dieStadt geführt und ergoß sich in einem Wasserturm auf dem Neumarkt.Reste der römischen Kanalisation haben sich ebenfalls erhalten.

Schon Tiberius hatte auf der heutigen Alteburg, südlich der Ubier-stadt, einen Stützpunkt für die Rheinflotte errichtet, aus Holzwerk undGraben. Eine Brücke führte von hier auf das rechte Rheinufer. Sieward jetzt abgebrochen und in die Nähe der neuen Stadt verlegt. AlsBrückenkopf auf dem rechten Rheinufer errichtete man ein Kastell(Deutz), dessen Fundamente in der Neuzeit gefunden sind. Der Name derStadt war über dem Nordtor eingemeißelt. In dem Schlußstein desmittleren großen Bogens derPorta Paphia, der Paafe-Pooz, der biszum Jahre 1826 bestand, befanden sich die BuchstabenCCAA, ColoniaClaudia Ara Agrippinensium. Dieser Bogen, lange an der VolksschulePipinstraße eingemauert, ist später daraus entfernt worden, aber nocherhalten. Ein ausgezeichnetes Bild der Gesamtkultur im römischen Köln,woraus die Höhe der gewerblichen Tätigkeit auf den verschiedenstenGebieten, besonders in Glas- und Tonindustrie, sich erkennen läßt, desgl.die Höhe der Baukunst und des hochausgebildeten Totenkults, gibt dierömische Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums in ihrer Neuauf-stellung. Sie enthält ausnahmslos nur stadtkölnische Funde und be-weist die Bedeutung Kölns in römischer Zeit, eine Bedeutung, welchegegen die der Residenzstadt Trier kaum zurückstand.

Kaum war die neue Stadt mit ihren Türmen, Toren, Straßen undöffentlichen Gebäuden errichtet, erfolgte ein neuer germanischer Vor-

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