römischen Schriftsteller berichten von Kriegen gegen die Sugambrer,aber auch, daß ihr Fürst Melo die Römer empfindlich geschlagen und denersten Beuteadler über den Rhein gebracht habe. Von sugambrischenDörfern im jetzigen rechtsrheinischen Kölner Stadtgebiet ist bis jetztnoch keine Spur aufgefunden, nur in unmittelbarer Nähe, im Walde beiTroisdorf, konnte ein solches nachgewiesen werden. Wir haben des-halb noch keine Kenntnis über diese germanische Zeit des rechtsrhei-nischen Stadtgebietes und wissen nicht, welchen Anteil die Sugambrerdieses Gebietes an dem Freiheitskampfe gegen Rom gehabt haben. So-viel ist jedoch sicher, das rechtsrheinische Stadtgebiet war den Römernfeindlich gesinnt, während das linksrheinische Stadtgebiet Freunde derRömer zu Bewohnern hatte. Den Ausgang des sugambrischen Freiheits-krieges berichtet die Geschichte. Nach einer von den Sugambrern imBunde mit anderen rechtsrheinischen Stämmen gemachten Erhebung,mußten die Besiegten sich dem römischen Feldherrn ergeben, und dieserberief die Fürsten zu einer Versammlung in das Lager. Alle erschienen,nur die Sugambrer fehlten. Da löste der Römer die Versammlung aufund machte das Erscheinen der Sugambrer-Fürsten zur Bedingung fürweitere Verhandlungen. Darauf stellten diese sich ein, aber es zeigte sichbald, daß es den Feinden nur darum zu tun war, die Führer in ihre Ge-walt zu bekommen. Wohl töteten sich diese selbst, damit die Volksge-nossen nicht durch ihre Freilassung zu erniedrigenden Bedingungengezwungen werden sollten; doch dieser Opfertod fruchtete nichts. Dieihrer Führer beraubten Sugambrer gerieten jetzt vollständig in dieGewalt der Römer. Diese wiesen dem größten Teil des Volkes auf derlinken Rheinseite im Jahre 8 v. Chr. neue Sitze an, um dadurch dieSugambrergefahr für immer zu bannen. Die Gegend, welche die neueHeimat bilden sollte, ist nicht genau überliefert. Man glaubt jedoch inden Gugernern, die von jetzt ab nördlich der Ubier in der KrefelderGegend erwähnt werden, die alten Sugambrer zu sehen. Der Name derSugambrer verschwindet damit aus der Geschichte, nur die Erinnerungan die alten Heldentaten erhielt sich im Lied.
Durch dieses Ereignis wurde das damalige rechtsrheinische KölnerStadtgebiet und weit darüber hinaus fast ganz von Bewohnern ent-blößt. Ein leerer Streifen bestand nunmehr auf der rechten Rheinseitevon der Lippe bis über die Lahn hinaus.
Die Eroberungszüge der Römer in das Herz Deutschlands dauertenindes fort mit der ausgesprochenen Absicht, auch das rechtsrheinischeGermanien der römischen Herrschaft zu unterwerfen und eine neueProvinz ihr zu gewinnen. Es ist nicht Aufgabe dieser Schrift, den Ver-lauf der Kämpfe eingehend zu schildern, aber einiges muß angeführtwerden, das für die stadtkölnische Geschichte von Bedeutung ist.
Die Züge des Varus erfolgten, und am Ende dieser die Erhebung ger-manischer Stämme unter Arminius, die zur Vernichtung der römischenLegionen im Teutoburger Walde führte (9 n. Chr.).
Tiberius war darauf Feldherr in Germanien. Er hat siegreich auch imInnern Deutschlands gekämpft. Aber er erkannte trotz aller Erfolge,daß eine dauernde Unterwerfung unmöglich sei. Germanikus setzte diekriegerische Tätigkeit fort, doch Tiberius, als Kaiser, versprach sichkeine dauernden Erfolge, und eine Aenderung in der römischen Politik
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