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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Auf den Feldern von Longerich sind mehrere Mahlsteine gefunden (imstädtischen Museum für Vor- und Frühgeschichte), die mit den Mahl-steinen, welche in den ubischen Gehöften am Stadion gefunden waren,übereinstimmen. Somit sind also auch in der Longericher Gegend ubischeDörfer anzunehmen. Kleinere Hausanlagen hat das Wallraf-Riehartz-Museum bei Köln-Niehl entdeckt und genau untersucht.

Diese Feststellungen ergeben somit einen vollständigen Kranzubischer Siedelungen rund um Köln, dem sich weiter im Vorgebirgeund darüber hinaus entferntere Siedelungen anschlossen. Im Jahre 1921kam im Vorgebirge ein Grab zum Vorschein, das durch die Art seinerAnlage in die frühere ubische Zeit zu versetzen ist. Es war ein soge-nanntes Kistengrab mit mehreren Gefäßen und Fibeln. Diese Kisten-gräber finden sich auch im rechtsrheinischen Sugambrergebiet auf demFliegenberge bei Troisdorf. Das ubische Gebiet im Vorgebirge gehörtnach den Gefäßen in die erste Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr.

Die Keramik der Ubier, so wie sie in den alten rechtsrheinischenSitzen des Stammes geblüht hatte, muß nur ganz kurze Zeit im KölnerGebiete weiter ausgeübt worden sein. Drehscheibe und viele Gefäßformenwurden sofort von den Römern übernommen. Wie auch in Gallien,bildete sich sehr schnell die provinzial-römische Töpferei im Ubier-land aus; aber dennoch behielt die neue ubisch-römische Keramik einebesondere Note, da nach und nach germanische, keltische und römischeElemente sich zu einer Keramik verbanden, die als sogenannte bel-gische Ware bekannt ist. Mit diesem Namen pflegt man nämlich einebestimmte Keramik zu bezeichnen, die sich von der gewöhnlichen pro-vinzialrömischen deutlich abhebt. Feine Färbung, gefälliger Aufbau,zierliche Wandung, Glättung und eine besondere Verzierungsart zeich-nen diese Gefäße aus. Als Fabrikorte sind Plätze im linksrheinischenGermanien festgestellt. Auch in Köln muß eine solche Töpferei gewesensein, was die zahlreichen derartigen Gefäße - in der römischen Abteilungdes Wallraf-Richartz-Museums beweisen.

Seit der Ueberführung der Ubier auf das linke Rheinufer und der Er-bauung des festen Platzes auf dem Plateau des Alteburger Höhenzugesbildete sich langsam ein Gegensatz, sowohl der gesamten ubischen Be-völkerung, wie ganz besonders der bei Bewohner des oppidums und derzunächstliegenden Siedelungen zu den Sugambrern des rechten Rhein-ufers und weiter zu allen rechtsrheinischen Stämmen aus. Begründungund dauernde Verschärfung dieses Zustandes lag in der den Ubiern ge-stellten Aufgabe:ut areerent. Aeußerlich zeigte sich bereits dieseTrennung in der schnell erfolgten Anlehnung der ubischen Kultur andie römische, gerade wie in Gallien. Nur in religiöser Hinsicht ging dieVerschmelzung langsam, da die heimischen Götter und Göttinnen, damitwohl auch der gesamte Kult, blieben. Einen Beweis hierfür liefern dievielen Matronensteine gerade im ubischen Gebiete.

Damit war der Bruch mit den nächsten Nachbaren, den Sugambrernund des weiteren mit sämtlichen rechtsrheinischen Germanenstämmenvollzogen.

Gegen die Sugambrer, deren Gebiet gleich jenseits des ubischen oppi-dums begann, richtete sich in der Folge die Eroberungssucht der Römer.Der Stamm nahm den Kampf mit aller Entschiedenheit auf. Die

Kademacher, Vor- und Frühgeschichte.

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