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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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in dem Maße, wie ihre Waffen im rechtsrheinischen Germaniensiegreich waren. Die mehr oder weniger zeitlich unterworfenenStämme des rechten Rheinufers mußten das ubische Heiligtum alsauch für sich geltend anerkennen, und Glieder ihrer Fürstenfamilienwurden gezwungen, als Priester hier einzutreten. So berichtet Tacitus,daß Segimer, ein Cheruskerfürst, Priesterdienste bei derAra Ubiorumverrichtete, zu der Zeit als der Stamm durch Varus fast ganz unter-worfen schien. Doch sofort nach der Schlacht im Teutoburgerwaldezerriß Segimer seine Priesterbinde und kehrte in die Heimat zurück.

Dieara selbst war ein großer, freistehender Altar, in der Art wieeine Münze dieara Lugdunensis (Lyion) das Heiligtum für dieProvinz Gallien darstellt. Auf diesem Altar befand sich die InschriftROM ET AUG., d. h. Romae et Augusto, er war also Rom und demKaiser gewidmet. Nehmen wir eine ähnliche Gestalt und ähnlicheInschrift auf dem ubischen Altar an, so wird sofort erklärlich, daß andieser Stelle ein politischer Mittelpunkt der unterworfenen Germanen-stämme geplant war, an welchem römischer Geist, römische Kultur,und alles, was in der Kaiserverehrung symbolisch sich zusammen-faßte, übermittelt werden sollte.

Um dieses ubische oppidum auf dem hochwasserfreien Gelände amRhein lagen zahlreiche Siedelungen der Ubier. Auf der Höhe zwischenMüngersdorf und Bocklemünd fanden sich 1903 zwischen römischenHausanlagen germanische Scherben und 1926 kamen bei Anlage dergroßen Sportwiesen in der Nähe des Stadions bei Müngersdorf zahl-reiche dunkelgefärbte Stellen zum Vorschein, die Hausanlagen undzwar in Gehöftform entsprechen. Die eigentlichen Häuser zeigtensich durch große, viereckig in die Erde gelassene Vertiefungen an.Außer diesen gab es zahlreiche Kochgruben. In beiden Anlagen fandensich Scherben von Tongefäßen mancherlei Art, Wandverputz, Spinn-wirtel, Reib- und Mahlsteine, letztere in Form der sog. Napoleonshüte,angesägte Knochen und vieles andere (Bild 21). Außer dem Lehm-verputz hatten die Wände einen weißen Kalküberzug, was aus einzelnenResten hervorgeht. Es ist dies die Art der Häuserverzierung, wie sieaus Cäsar bekannt ist. Augenblicklich, bei Drucklegung dieser Schriftsind die Untersuchungen an dieser Stelle noch nicht abgeschlossen,soviel ist aber schon aus den Funden zu erkennen, daß hier, wahr-scheinlich von der ubischen Frühzeit an, germanische Gehöfte bestandenhaben, die bis in das erste Jahrhundert und darüber hinaus nochdauerten. Daß vor der ubischen Zeit hier bereits Siedelungen bestandenhaben, beweisen Scherben und mehrere Feuersteinklingen, sowie einSteinbeil mit ovalem Querschnitt. Dicht bei diesen Anlagen hat dasWallraf-Richartz-Museum zur selben Zeit einen großen römischenGutshof aufgedeckt, der allem Anscheine nach auf der früher ubischenFeldflur errichtet worden ist.

Weiteren Anhalt ubischer Dorfanlagen ergeben Beobachtungen anallerdings zerstörten Gräbern auf dem Gelände der Marienburg, die auchin diese Zeit zu gehören scheinen, sodann zwei Gräber von Köln-Volk-hoven; 1922 kamen diese zum Vorschein, sie zeigten germanische Artder Bestattung (Brandgruben) mit römischen Beigaben. Auch im Chor-walde bei Worringen konnten 1925 solche Gräber festgestellt werden.

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