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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Gegend von Neuwied. Hier dehnte sich deren Stammland südlich von denSugambrern über die Lahn hinaus. Die Ubier, von ihren östlichen Nach-baren, den Sueven, hart bedrängt, traten gleich auf die Seite Casars,also daß er es wagen konnte, bei Neuwied seine Brücken zu schlagen.Die Erfolge waren jedoch gering, so daß Cäsar nicht allzulange auf demrechten Rheinufer sich aufhielt. Bei seinem zweiten Rückzuge errich-tete er auf der rechten Rheinseite, da, wo die zweite Brücke gelegenhatte, große Befestigungswerke (magnae munitiones).

Nach Cäsars Tod nahmen andere Feldherren die Eroberungspolitikwieder auf, indeß das freundschaftliche Verhältnis zwischen Römernund Ubiern fortbestand. Dies führte dahin, daß im Jahre 38 v. Chr. derrömische Feldherr Agrippa die Ubier auf das linke Rheinufer ver-pflanzte, und zwar in das leerstehende Gebiet der Eburonen. Bei dieserVerpflanzung, die im Einverständnis mit den Ubiern erfolgte, war, wieder römische Schriftsteller Tacitus angibt, der leitende Gedanke, durchdie Ubier eine Hilfswacht am Rhein zu schaffen,ut arcerent, non utcustodirentur. Also, nicht um bewacht zu werden, sondern um Wachezu halten, waren die Ubier herüber geführt worden.

Die Hinneigung der Ubier zu den Römern erklärt sich aus starkkeltischen Elementen, mit denen dieser Stamm vermischt war.

Die Grenze des neuen ubischen Gebietes war im Süden der Vingst-bach, wo auch die spätere Grenzlinie zwischen Ober- und Niederger-manien sich hinzog. Im Norden reichte das Gebiet bis zur Gegend vonGellep und Neuß, im Westen bildeten Düren und Zülpich die äußerstenUbierplätze, die bald auch römische Namen annahmen und Besatzungenaufnehmen mußten. (Düren = Markodurum, Zülpich = Tolbiacum, Gel-lep = Gelduba, Neuß = Novesium.). Der Mittelpunkt des Stammes wardauf das Plateau des hochwasserfreien Geländes gelegt, das von derAlteburg parallel mit dem Rheine sich hinzog. Die hier vorhandenebreite Bodenerhebung, zu allen Zeiten schon besiedelt, war außer-ordentlich geeignet, nicht nur den Mittelpunkt des Stammes abzugeben,wie auch einen Stützpunkt für die militärische Deckung des ganzenGeländes zu bieten und als bequemer Zugang und Uebergangspunkt zumNiederrhein zu dienen. Die Ubier umgaben diese neue Siedelung nachihrer Sitte mit Wall und Graben, es war ein befestigter germanischerPlatz,oppidum Ubiorum von den Römern genannt. Der Duffesbachbildete die südliche Grenze dieser Siedelung. Das römische Stand-quartier für zwei Legionen (1. und 20. Legion) befand sich sehr wahr-scheinlich in der Nähe des Oppidums und schloß sich unmittelbar andie ubische Siedelung an. Erst viel später wurde diese Ubierfeste inden Bereich der römischen Stadt einbezogen. Bodenfunde aus derubischen Zeit in der Kölner Altstadt fehlen bis heran gänzlich.

Schon bald errichteten die Römer ein Heiligtum an dem Platze, dieAra Ubiorum. Wo diese Ara sich zuerst befand, ist unbekannt. Nachder Erhebung der Ubierstadt zu einer römischen Kolonie scheint sie aufder Stelle der jetzigen Kirche Maria im Kapitol gestanden zu haben.Doch ist zu bemerken, daß diese Frage noch nicht endgültig gelöst ist.

DieAra war ein römischer Altar, zunächst den Ubiern als religiös-politischer Mittelpunkt bestimmt. Im Verfolg der römischen Politiknahm jedoch dieses Heiligtum eine größere Bedeutung an, und zwar