in Grabgebräuchen, Töpferei, Metallarbeit zu Tage, was auf die Gemein-samkeit des gesamten Kulturbesitzes schließen läßt.
Wie schon gesagt, gehörte das Kölner linksrheinische Gebiet zumEburonenland. Die Fühlinger Funde geben somit Anhalt, eine Nieder-lassung dieses Stammes an dieser Stelle zu suchen, desgleichen eineauf der bedeutendsten Erhebung des hochwasserfreien Geländes vonder Marienburg bis Worringen, besonders auf der kleinen Hochfläche,die etwa 14—14,5 m über dem Nullpunkt des Kölner Pegels sich aneiner Stelle ziemlich erbreitert, und die 38 v. Chr. zur Anlage desubischen Oppidums ausersehen wurde. Die Eburonen-Dörfer wurdennach Cäsars Rachefeldzug leer, da er ja, wie bekannt, diesen Stammfast vollständig vernichtete. Zu diesem Zwecke hatte er sogar dieNachbarstämme aufgefordert, im Eburonengebiet zu plündern und zuverwüsten.
Das Eburonengebiet 1 erstreckte sich über die belgischen und hollän-dischen Provinzen Limburg, über das Kempenland stromaufwärts bisin die Gegend von Köln. Der Stamm war von Cäsar in wiederholtenFeldzügen fast ganz aufgerieben worden.
Der rechtsrheinische Teil des Stadtgebietes Köln gehörte damalszum Sugambrerland. Aus der Zeit Cäsars sind bisheran Funde nichtzu verzeichnen; wohl außerhalb des Stadtgebietes, am Fliegenberg beiTroisdorf, einige Stunden vom Kölner Gebiet entfernt, haben sich Su-gambrergräber der Zeit gefunden.
Durch seine Feldzüge gelang es Cäsar, Gallien zu einer römischenProvinz zu machen, auch das ganze Gebiet der germanischen Stämmeauf dem linken Rheinufer zu erobern. Aber er hatte schon erkannt,daß nur durch eine Niederwerfung der rechtsrheinischen Germanen-stämme, die unaufhörlich auf das linke Rheinufer hindrängten, dieRömerherrschaft am Rhein zu einer dauernden sich würde gestaltenlassen. Deshalb unternahm er selbst schon zwei Züge auf das rechteRheinufer, nach Besiegung des Suevenkönigs Ariovist und dem Zurück-drängen der Usipiten und Tenkterer, zwei rechtsrheinischen Stämmen,die über den Rhein gegangen waren. In der Nähe von Koblenz wurdendiese besiegt.
Als Basis seiner Unternehmungen gegen das rechtsrheinische Ger-manien schien ihm keine Stelle geeigneter, als das Ubiergebiet in der
1) Die Eburonen gehörten mit den Condrusen, Cäracaten, Pämanen, Segnernzu dem „germanischen Stammesverband“ auf der linken Rheinseite, Pliniusfügt diesen Stämmen noch vier hinzu, die Tungrer, Sunicier, Bätasier, Texuan-drer. Sie bildeten die „Germani cisrhenani, Germani qui trans Rhenum inco-lunt“ (die Germanen, welche jenseits des Rheines wohnen). Sie lebten mit denBeigen, ihren Nachbaren, in dauernder Fehde. Sehr keltisiert, bewahrten siejedoch noch lange eine Art Sonderstellung. In alter Zeit war ihre nationaleSelbständigkeit größer.
Nach dem Untergang der Eburonen waren die Tungern die bedeutendstendieser Stammesgruppe. Die Aduatucer waren der Hauptsache nach wohl bel-gischen Stammes, wenngleich der Kern aus jenen 6000 Cimbern und Teutonenbestand, die nach der Besiedelung durch die Römer hier Aufnahme gefundenhatten. Zu Cäsars Zeit, also 51 Jahre später, stellten sie 1900 Mann Hilfs-truppen. Diese große Zahl spricht für den gallischen Charakter des Stammes,da sie sonst nicht zu erklären ist. In späterer Zeit galten als eigentlichegermanische Stämme die Ubier, Sugambrer und Bataver.
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