hausen-Grengel). Dieser Weg heißt jetzt „Mauspfad“. 1 Gerade im KölnerStadtgebiet hat sich der Mauspfad vom Königsforst bis nach Dünn-wald in der alten Richtung erhalten. Während der ganzen Hügelgräber-zeit muß dieser Weg wohl als vorgeschichtlicher Handelsweg von2000 v. Chr. an bestanden haben.
Das linksrheinische Stadtgebiet hat ebenfalls während der Hallstatt-zeit mehrere nachweisbare Grabplätze. Es waren dies zunächst wiederStätten mit älteren steinzeitlichen und bronzezeitlichen Grabanlagen,zum Teil treten auch neue Grabplätze auf.
An erster Stelle ist anzuführen eine Siedelung vor der Marienburg(Rodenkirchen), Siedelstütte nach den bisherigen Funden dem Endeder Hallstattzeit zuzuschreiben. (Wendelring.). Zweitens ein Grabfeldauf der Marienburg selbst. Es wurde bei Wegearbeiten im Südparkund bei Hausbauten in den benachbarten Straßen festgestellt. Grabfundevon H 2 und H 3 kamen hier zum Vorschein, dabei ein Bronzegefäß.Eine dritte Siedelung lag dicht vor den Toren der Neustadt am jetzigen„Toten Juden“, in der Nähe des alten botanischen Gartens. Bei Erd-bewegungsarbeiten der Eisenbahn kamen 1922 hier einzelne Gefäße dermittleren und späteren ersten Eisenzeit zum Vorschein. Die Hügel warenallerdings längst verschwunden (Bild 14). Ob das eigentliche Köln, dieAltstadt oder das ubische und römische Köln auch eine Siedelung zurersten Eisenzeit gehabt hat, ist jetzt nicht mehr festzustellen, da auf demoft bebauten Gelände alle Reste von Häusern und Gräbern jener Zeitlängst verschwunden sind. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist jedoch fürdas ubische oppidum eine früher schon besiedelte Stelle ausgewähltworden. In einer Bauschuttkarre aus der Altstadt fand Verfasser vor30 Jahren vorgeschichtliche, der ersten Eisenzeit angehörige Scherben,die das Vorhandensein vorubischer Siedelungen in der Altstadt beweisen.Eine weitere Siedelstätte lag auf dem Fühlinger Gelände, wo ja ein aus-gedehntes Grabfeld der ersten Eisenzeit aus vielen Hunderten Gräbernbestand. Es kam beim Baggern zum Vorschein. Die Hügel waren längstdes Ackerbaues wegen eingeebnet worden. Der ganze Kulturablauf wieihn unsere Vaterstadt in vorgeschichtlicher Zeit erlebt, läßt sich hierverfolgen: Mittlere Steinzeit, vertreten durch die Kleinsteingeräte. —Jüngere Steinzeit durch Grabfunde mit Glocken- und Zonenbechern. —Bronzezeit durch die beiden fünflappigen Gefäße. — Erste Eisenzeitdurch Hunderte von Graburnen mit und ohne Schalen und Beigefäßen(vgl. Bild 11) aus allen vier Stufen.
Im Verlauf der Untersuchung wird noch gezeigt werden, daß Gräberder Frühgermanenzeit, desgleichen römische, fränkische, karolingischeund mittelalterliche Grabfunde dort zum Vorschein kamen. Rechnetman dazu das jetzige Dorf Fühlingen, so hat sich in der Tat hier einBeispiel von fast 6000jähriger fortdauernder Besiedelung im Bodenerhalten.
Einen sechsten Begräbnisplatz hat man im nördlichsten Teil des Kölner
1) Die Erklärung des Namens „Mauspfad“, im Volke „Muuspaad“, ist strittig.Am wahrscheinlichsten ist das Wort „maus“ eine Verhochdeutschung von „mut,muus, moos“, was Sumpf, feuchte Niederung, bedeutet. Mauspfad demgemäßein Weg in der Niederung; das ist er in Wirklichkeit.
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