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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Eimer ursprünglich beschwert gewesen ist. Diese Beschwerung ver-backte sich im Laufe der Zeit mit dem Boden, so daß die Verbindungs-stelle desselben mit dem Eimer sich lockerte. Bei der gewaltsamenAusbaggerung löste sich der untere Teil sofort.

Diese Annahme würde bedeuten, daß möglicherweise nicht weit vonder Fundstelle, also noch im Gebiete der Stadt Köln, wo ja rechts-und linksrheinisch so viele Menschen wohnten, der Eimer als Weihe-geschenk, als Opfer, für den Gott des Rheines, bei einem Kultfest in denStrom versenkt worden sei. Auf Einbäumen wäre der Priester mitseinem Gefolge den Rhein hinaus gefahren, indeß zahlreiche Festge-nossen das Ufer umsäumten. Nach feierlichen Zeremonien könnte dannder Eimer dem Strom übergeben worden sein.

Was nun die Bevölkerung des Stadtgebietes Köln angeht, so istnochmals darauf hinzuweisen, daß dieselbe, wie die des ganzen Nieder-rheins, eine Fortsetzung der bronzezeitlichen Bevölkerung darstellt,mit den an anderen Orten nachgewiesenen Beeinflussungen durch diesüdlichen Urnenfelderleute. Leichenbrand herrscht überall; die gesam-melten Knochen werden mit verschlackten Bronze- und Eisenbeigabenin die Graburne geborgen, zuweilen jedoch einzelne Stücke in unver-sehrtem Zustand als Weihegabe dem Toten mitgegeben. Die Urnen sindmeist mit einer Schale verschlossen. Sehr oft findet sich ein kleinesBeigefäß in der Urne, zwischen den Knochen, auch wohl neben und aufderselben. Mannigfach benutzte man ältere Hügel für neue Beisetzungen.

An Hand der Gefäßtypen und der diese begleitenden Metallbeigabenläßt sich der Anteil des Kölner Stadtgebietes an der gesamten nieder-rheinischen Hügelgräberkultur feststellen, ebenso die Ausdehnungseiner Besiedlung.

Bildet der ganze Niederrhein, von Bonn bis zur Grenze und darüberhinaus, vom Ende der jüngeren Steinzeit an durch die ganze ersteEisenzeit eine gleichmäßige Kulturprovinz, heben sich doch gewisseEigentümlichkeiten bestimmter geographischer Bezirke hervor. Siehaben dazu geführt, daß einzelne Gebiete als Stammessitze sich erkennenlassen. Ein solcher Stamm bildete die Bevölkerung auf der rechtenRheinseite von Sieg zur Wupper. Auf der linken Rheinseite gehörtedas Kölner Stadtgebiet mit dem Vorgebirge und dem Gelände darüberhinaus bis Aachen und Krefeld wiederum zu einem besonderen Stamme.Somit haben wir für unser Kölner Stadtgebiet zum erstenmal in derersten Eisenzeit einen gewissen Unterschied zwischen den beidenUfergebieten zu machen.

Von Sieg zur Wupper sind noch heute 23 Grabfelder der ersten Eisen-zeit als solche zu erkennen. Ein bedeutsamer Teil fällt in das rechts-rheinische Köln, was aus folgender Uebersicht hervorgeht:

1. Grabfeld an der Landstraße nach Rösrath, dem Forsthause Heumargegenüber (Haltestelle der Elektrischen). Der größte Teil des Grabfeldeswurde in den Jahren 19051910 abgebaggert, ein kleiner Rest ist indem anschließenden Walde erhalten. H 2, H 3 auf dem ganzen Grabfeldfestgestellt. Unweit dieser Stätte mehrere kleinere Hügelgruppen vonje 810 Hügeln, ältere Gräber der ausgehenden Steinzeit (Hocker-bestattungen) meist mit Nachbestattungen der Hallstattzeit.