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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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weisen läßt. Vielleicht haben aus dem Neuwieder Becken, infolge derdorthin erfolgten starken Einwanderungen, Züge zum Niederrhein statt-gefunden.

Die Begründung dieser auffallenden stärkeren Besiedlung des ganzenGebietes liegt vielmehr in dem Zurückfluten der nicht germanischenBevölkerung aus dem Lippetal und dem nördlichen rechten Rheingebietvor den Germanen, die um 900 Westfalen besetzten. Um die Zeit vonH 4, also gegen Ende der ersten Eisenzeit, machte sich der germanischeDruck auch in der Kölner Gegend fühlbar, so daß die Urbevölkerungnach Eifel und Hunsrück auswich. Dadurch vermehren sich die Fundeum H 4 in diesen Gebieten ungemein im Vergleich zu den aus früherenHallstattstufen.

Auf die charakteristischen Gefäße und Metallbeigaben der verschie-denen Stufen der ersten Eisenzeit kann hier nicht näher eingegangenwerden. Sie sind in Bild und Wort in der Schrift des VerfassersDerVolksstamm zwischen Sieg und Wupper zur ersten Eisenzeit dar-gestellt. (Mannus, 1926, Bericht über Tagung in Braunschweig.)

Außer dem keramischen Material gibt es auch Metallfunde in denHügeln, wenn schon, wie bereits bemerkt, im ganzen spärlich. Dafürsorgte der Leichenbrand. Einiges ist aber doch erhalten, wie bronzeneArm- und Fingerringe, desgl. solche von Eisen; Nadeln in allerhandFormen, besonders Vasenkopfnadeln, Hautkratzer, Pinzetten, Reste vonBronzegefäßen, aus dem Grabfeld der Marienburg auch ein bronzenes,urnenartiges Gefäß. Waffen fehlen fast ganz. In einem Grab der Iddels-felder Hardt fanden sich Reste eines eisernen Schwertes, ebendaselbsteine Lanzenspitze von breiter Form; eine von schmalerer Form lieferteein Hügel bei Dünnwald. Auch Bernstein- und Tonperlen kommen vor.

In H 4 treten häufig wechselndgedrehte Ringe (Wendelringe) auf,davon wird diese Stufe auch Wendelringstufe genannt. Die Spärlich-keit der Metallfunde läßt jedoch keinen Schluß auf die gesamte Metall-technik der Zeit zu. Die Hallstattzeit anderer Gebiete ist darin sehrreich, wie das Grabfeld von Hallstatt beweist.

In Köln wurde im Jahre 1923 im Rhein ein Bronzeeimer (Bild 16)ausgebaggert, der aber erst nach mancherlei Irrfahrten 1925 ins Museumfür Vor- und Frühgeschichte gelangte. Die Außenwand ist mitgepunzten Verzierungen versehen, der Henkel gedreht. Solche Bronze-eimer finden sich im Neuwieder Becken, und jüngst ist bei Diez a. d.Lahn ein Grab mit bemalten Tongefäßen und' einem Bronzeeimer vongenau derselben Gestalt wie der Kölner, allerdings ohne Verzierungen,gefunden worden. Die Eimer gehören der mittleren Hallstattzeit an. Inden südlichen Hallstattgebieten gibt es mehrere solcher Eimer mitreichen figürlichen Darstellungen (Bronzeeimer von Watsch und an-derswo). Die Ornamentmotive auf dem Kölner Eimer zeigen Ueber-einstimmung mit solchen des süddeutschen Gebietes (Hallstatt selbst).

Man könnte hier fragen, wie dieser Eimer wohl in den Rhein ge-kommen sein mag. Zwei Fälle sind möglich, entweder durch ein Un-glück, der Verlust eines solch wertvollen Stückes war wirklich damalsfür den Besitzer, auch für einen Händler, ein Unglück, oder mit Absicht.

Der Boden des Eimers fehlt. Dies scheint dafür zu sprechen, daß der

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