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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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führt, findet sieh deshalb gleichmäßig im germanischen und nicht ger-manischen, urkeltischen Kulturkreise.

Die dritte Entwicklungsstufe ist die Absatzaxt. Inmitten des Axt-körpers befindet sich ein Absatz, eine Rast auf beiden Seiten. An ihrfand die gedoppelte Zunge des Holzstiels einen Halt, gab also demGerät eine noch größere Festigkeit und Durchschlagskraft. Eine solcheAxt als Grabfund stammt aus der Florastraße in Nippes, zugleich miteiner Bronzenadel (Nadel mit geschwollenem Halse) und einem Schwertmit drei Nietlöchern zur Befestigung des Griffes. (Bild 9.) SolcheSchwerter sind typische Formen der süddeutschen, nicht germanischenSchwerter im Gegensatz zu den germanischen Griffzungenschwertern.Der Inhalt dieses Nippeser Grabes erweist sich damit als der mitt-leren Bronzezeit angehörig. Lappenäxte, eine vierte Form der Axt, sindim Kölner Gebiet nicht entdeckt. Bei diesen ist an dem der Schneideentgegengesetzten Ende in Form zweier Lappen eine Vorrichtung ge-gossen, die sich um den Stiel anlegt, ihn also noch haltbarer macht.Die letzte Form in dieser Enwicklungsreihe heißt Tüllenaxt. Sie hateine Höhlung zur Aufnahme des Schaftes, oft noch mit einer ange-gossenen Oese, durch welche ein Strick oder Lederriemen vielfach überdem Schaft geschlungen, diesen vollkommen mit dem Bronzeteil ver-band. Solche Aexte sind in Köln mehrfach gefunden bei Merheim undLongerich. Ob hier Einzel- oder Grabfunde vorliegen, ist nicht zu sagen.Letztere Axt kam bei städtischen Kanalarbeiten zum Vorschein.

Die Radnadel auf der Abbildung stammt aus dem Bestände des Wall-raf-Richartz-Museums. Die Spitze selbst ist abgebrochen. Sie stellt densüddeutschen, urkeltischen Nadeltyp, wie man sie im Neuwieder Beckenund Süddeutschland in großer Zahl findet. Eben dahin gehören auchdie abgebildeten Arm- und Fingerspiralen aus dem Kölner Stadtgebiet(Neustadt). Ueberaus wichtig sind diese Dinge also für die ethnolo-gische Zuweisung der bronzezeitlichen Bevölkerung unserer Stadt.

An bronzezeitlichen Tonsachen ist das Stadtgebiet äußerst arm. Be-kannt sind bis jetzt nur die beiden fünflappigen Schalen von Köln-Fühlingen. (Vgl. Abb. 10.) Eine derselben ist mit sehr schöner Finger-nagelarbeit verziert, die andere zeigt eine zierliche, mehr linare Ein-furchung, die fast noch an Schnurarbeit erinnert. Solcher Schalen sindnur wenige bekannt, eine davon stammt von Riethoven (Holland); diesestimmt mit dem Kölner Funde überein. Ob die Kölner Schalen zueinem Grab gehören, ist nicht zu sagen, da nur Teile der Schalen beider Abbaggerung des Fühlinger Geländes 1912 gerettet werden konnten;sie wurden im Museum ergänzt.

Welche Schlüsse lassen sich nun aus diesen Funden für die bronze-zeitliche Besiedlung unserer Stadt herleiten?

Zunächst ist festgestellt, daß von einer Verödung des Gebietes, wiedas auch die Uebersicht über die bronzezeitlichen Funde des Nieder-rheins zeigt, nicht die Rede sein kann, was vielfach angenommenworden ist. Die erste Stufe der Bronzezeit fehlt allerdings noch ganz,das einzige Flachbeil von Merkenich ausgenommen. Die Keramikdieser Zeit, charakteristische Kerbschnittware, ist an anderen Stellendes Niederrheins zutage getreten.

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