nicht mehr festzustellen, die des rechtsrheinischen Stadtgebietes alssolche noch nicht klar erkannt, weil die meisten Hügel dieser Zeit,ebenso wie in Westfalen, im Gegensatz jedoch zu den süddeutschen,ohne Beigaben zu sein scheinen. Da nun in diesen Hügeln des rechts-rheinischen Stadtgebietes Nachbestattungen der ersten Eisenzeit (Hall-stattgräber) sich finden, wird erst in Zukunft durch äußerst sorgfältigeBodenuntersuchungen die bronzezeitliche Natur derselben erforschtwerden können. Einige der bereits erwähnten Hügel im Königsforst mitHockern ohne Beigaben reichen in die Bronzezeit hinein.
Was an Grab- bezw. Einzelfunden im Kölner Stadtgebiet zum Vor-schein gekommen ist, kann leicht angeführt werden. Es sind zunächstBronzeäxte der verschiedensten Typen, eine Radnadel, eine Armspirale,zwei Fingerringe, aus mehreren Spiralen bestehend, eine Nadel mit ge-schwollenem Hals, ein Bronzeschwert sowie zwei eigentümliche,seltene Gefäße, die durch eine ziemlich hoch ausgeführte fünflappigeRandbildung von anderen keramischen Erzeugnissen der Zeit sichunterscheiden.
Alle diese Dinge sind im linksrheinischen Stadtgebiet zum Vorscheingekommen und beweisen das Vorhandensein bronzezeitlicher Siede-lungen.
Obwohl spärlich, geben sie doch in Verbindung mit den bronzezeit-lichen Funden der näheren und weiteren Umgebung eine Vorstellungvon der Besiedelung des Stadtgebietes während des ganzen Verlaufesdieser Epoche, also von 2000 bis 1000 v. Chr. (Bild 8.)
Eine der wichtigsten Leitformen dieser Zeit bilden die Bronzeäxte.Die ältesten sind einfache Nachbildungen steinzeitlicher Beile in Kupferbzw. Bronze; man nennt sie Flachüxte. Reine Kupferbeile fehlen imStadtgebiet Köln. Eine Flachaxt aus Bronze ist als Einzelfund vonKöln-Merkenich im Museum. Die sich aus der Flachaxt entwickelndeForm ergibt die Randaxt. Sie hat einen beiderseits aufragenden Randvon der Schneide zum entgegengesetzten Ende, um dem Holzstiel einegrößere Festigkeit zu geben. Zwei solcher Randäxte sind aus Kölnbekannt, eine von der Marienburg, die dort bei Neuanlage der Alte-burger Brauerei mit römischen Dingen entdeckt wurde und mit diesenin die römische Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums gekommenist. Da in dem vorhergegangenen Zeitabschnitt (Kupferzeit) Siede-lungen im Marienburger Gelände bestanden haben, wird aller Wahr-scheinlichkeit nach hier ein Grab der frühen Bronzezeit gewesen sein,das bei den Arbeiten zur römischen Zeit schon gestört wurde. Vielleichtliegt aber auch nur ein sog. Streufund vor. Daß die Römer diese Axtirgendwo gefunden und auf der Alteburg wieder benutzt hätten, dürftekaum anzunehmen sein. Fundberichte liegen dazu auch nicht vor.Eine zweite, sehr kleine Randaxt kam als Einzelfund, auch unter derOberfläche, bei Erdbewegungen in einem Acker bei Poll zum Vorschein.Diese kleine Axt, zum praktischen Gebrauch ganz ungeeignet, ist einKultgerät oder Amulett, da schon während der Bronzezeit die Axtals Symbol eines Gottes häufig in die Erscheinung tritt (FelsbilderSchwedens). Die Verehrung der Axt als Symbol einer Gottheit stammtschon aus der indogermanischen Urzeit. Sie wurde deshalb von denspäteren indogermanischen Einzelvölkern beibehalten und weiterge-
Rademacher, Vor- und Frühgeschichte.
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