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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Aus den vorliegenden Funden im Zusammenhang mit denen der um-liegenden Gebiete ergibt sich folgendes Bild:

Langsam wird von der Mischkultur der ausgehenden Steinzeit, alsoder Kupferzeit, die Bronze als Kulturmaterial angenommen. Währenddes ganzen Verlaufes dieser bei uns bis etwa 1000 Jahre währendenBronzezeit, ist das Kölner Stadtgebiet und auch seine nächste Umgebungbesiedelt, was Gräber im Kölner Stadtgebiet und solche an den Ränderndesselben, auf dem Vorgebirge linksrheinisch und rechtsrheinisch aufverschiedenen Grabplätzen, die seit der jüngeren Steinzeit im Gebrauchwaren, bezeugen. Dicht an der Wupper sind mehrere solcher Hügel derBronzezeit, welche sich in einem Waldzipfel erhalten hatten, fest-gestellt, ein Grab aus der mittleren Bronzezeit mit Randaxt und Dolch,sodann ein anderes am Ende dieser Periode mit Gefäßen. Einzelne der-selben besitzen noch die alte, bombenartige Fußgestaltung.

Die in Süddeutschland beobachtete Adlerbergstufe, Hocker in Flach-gräbern mit Rudernadeln und Dolchen, sind im ganzen Kölner Bezirknicht vertreten. Früher Kerbschnitt auf Gefäßen, Henkelbechern undTrichterrand-Becher sind am Niederrhein in Hügeln zum Vorschein ge-kommen. Dieser Kerbschnitt, sich herleitend aus den kerbschnittartigenVerzierungen auf Glockenbechern, spielt am Niederrhein für die spätereBronzezeit eine große Rolle, er kann bis in die folgende erste Eisenzeitlückenlos verfolgt werden. Dies beweist die ruhige Weiterentwicklungder alten Bevölkerung der Steinzeit während der ganzen Bronze- understen Eisenzeit hindurch. Auch im Kölner rechtsrheinischen Stadt-gebiet spielt, wie aus dem folgenden Abschnitt ersichtlich ist, der Kerb-schnitt noch eine bedeutsame Rolle.

Die letzte Stufe der Bronzezeit ist in Süddeutschland durch die Urnen-felderleute charakterisiert. Diese, ein Volk alpiner Rasse, aus demAlpengebiet, rheinabwärts und nach Mittelfrankreich sich ausdehnend,haben hügellose Brandgräber. Am Oberrhein und Mittelrhein sind siehäufig, auch noch im Neuwieder Becken. Für die nähere Umgebung desKölner Stadtgebietes sind sie festgestellt in Siegburg-Mülldorf, Birling-hoven bei Niederpleiß (Kreis Sieg), linksrheinisch bei Vettweiß KreisDüren. Diese Grabstätten liegen nicht mehr auf oder am Rande derMittelterrasse, sondern in der Ebene selbst. Ob diese Kultur- bzw. Be-völkerungswelle auch das Stadtgebiet Köln erreicht hat, ist noch nichtzu sagen. Auf jeden Fall ist ihr Einfluß den ganzen Niederrhein entlang,allerdings immer schwächer werdend, nachzuweisen. Eine Mischungderselben mit der vorhandenen bronzezeitlichen einheimischen Be-völkerung hat auf jeden Fall stattgefunden. In Hügeln des Kölner Stadt-gebietes (rechtes Rheinufer) sind solche Nachwirkungen noch in derersten Eisenzeit beobachtet worden. Die Neueinwanderung hat sichallem Anschein nach bis in die Kölner Gegend und darüber hinaus er-streckt. Die Urnenfelderleute waren Ackerbauer, welche fruchtbareNiederungen liebten. Ihr Einfluß hat die großen Stein- und bronzezeit-lichen Grabhügel zunächst stark verändert, weil die Hügel der sichunmittelbar an die ausgehenden Bronzezeit anschließenden ersten Eisen-zeit sehr klein und unscheinbar werden, worauf in dem folgendenAbschnitte noch zurückzukommen ist. Der ganze Verlauf der kul-turellen Einwirkung ist im einzelnen noch nicht nachzuweisen.