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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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Boden bis zu 80 cm Tiefe beobachtet, woran sich die Beisetzungsstelleschloß in einer 1 m breiten Grube von 2 m Durchmesser bis 1,20 m Tiefeunter dem gewachsenen Boden. Bei diesem Befund ist die Annahmeeines Ganges als Eingang vorauszusetzen. Sowohl in diesem Gang alsauch in der Mittelgrube sind Reste von kleinen Feuern gefunden worden,Mulden von 2030 cm Durchmesser und in der Mitte 1012 cm Tiefe,darin Holzkohle und Asche. Einmal lagen die Holzkohlestücke noch imStern, so daß man die Anlage des Feuers sah. Reste von Opfern gab esnicht darin, sie können als Weihefeuer angesehen werden. Tier-knochen, verbrannte oder unverbrannte, wie in der späteren südlichenEisenzeit, sind nicht gefunden. (Ausgrabung des Kölner Museums fürVor- und Frühgeschichte.)

In einem Hügel der Iddelsfelder Hardt, dessen Anlagen damals nichtbeobachtet werden konnte, fand sich ein längliches Feuersteinbeil mitgeschliffener Schneide, in jedem Falle Beigabe eines Toten, der hierbestattet worden ist. Von dem Skelett hatten sich keine Spuren erhalten(vgl. Bild 4 untere Reihe).

Auf dem weiten Gebiete der Wahner Heide, des Königsforstes unddessen Fortsetzungen der Wupper zu, sowie in den Wäldern des Vor-gebirges erheben sich die mächtigen Grabhügel dieser Bevölkerung mitbestatteten und verbrannten Toten. Beigaben sind überall äußerstspärlich. Die meisten Steinbeile des Kölner Gebietes stammen vondiesem Volk (Bild 4 und 5).

Die Glockenbecherkultur leitet sich von der Form charakteristischerGefäße (Becher) her. Diese tragen ebenfalls in Zonen angeordnete Ver-zierungen auf der Außenwand; feine polierte Zonen wechseln mitsolchen, die unpoliert die verschiedenartigsten Ornamentmotive tragen.Im Neuwieder Becken und auch im Kölner Stadtgebiet hat ein Zentrumdieser aus dem Osten sich verbreitenden Keramik bestanden. Durchganz Mitteldeutschland bis Ungarn läßt sich die Einwanderung oderBeeinflussung der Glockenbecherkultur verfolgen. Sie war Träger desersten Metalls (Gold und spärliches Kupfer). In Fühlingen ist ein echtesGlockenbechergrab entdeckt (siehe Bild 7), sowie ein Zonenbrecheranderer Form. Diese Gräber bieten mit den übrigen Gräbern der Zonen-und Schnurkeramiker Anhalt zu einer sicheren Chronologie. Diekupfernen Dolche und der Goldschmuck weisen auf das Ende des Neo-lithikums, die Kupferzeit; die Vorstufe des Bronzezeitalters ist mitdiesen Gräbern angebrochen, das 2. Jahrtausend vor Christi hebt an.

Ein zweites Grab der Mischkultur von Glockenbecherleuten undSchnurkeramikern befand sich vor der Marienburg. Es wurde 1914 durchdie Befestigungsarbeiten entdeckt und besteht aus einem kleinen Flach-beil (Halbedelstein), einem kleinen Kratzer, einer großen Doppelspitze(durch die Hacke beschädigt) und einer zweiten, etwas kleineren Doppel-spitze. (Bild 6.) Diese ist auf dem Rücken angeschliffen. Solche auf demRücken geschliffene Doppelspitzen sind äußerst selten. Ein Grab bei Hünxean der Lippe lieferte ein solches, dann auch das Neuwieder Becken(Fund im Bonner Provinzial-Museum). Holwerda hat im holländischenNiederrheingebiet ein Grab aufgedeckt, das neben einer solchen polier-ten Doppelspitze einen Glockenbecher barg als Beigabe zu einemHockergrabe. Demgemäß ist das Kölner Grab auch bestimmt und hat

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