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Vor- und Frühgeschichte des Stadtgebietes Köln
Entstehung
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somit an der Stelle ebenfalls eine Siedlung dieser Leute in der Kupfer-zeit bestanden. Weitere Funde der Zeit ergaben Hügel im Königsforst.Hier finden sich Hockerbestattungen in flachen, wenig hohen Hügeln mitspärlichen Beigaben. Die Hockerlage der Bestatteten konnte, trotz-dem von den Skeletten keine Spur sich erhalten hatte, an der dunkel-gefärbten, sich scharf abhebenden Form im hellen Sande festgestelltwerden.

In einem dieser Gräber fand sich eine lange Feuersteinklinge mitzugeschlagener Spitze. Sie war bei der Bestattung zerbrochen und diebeiden Stücke an verschiedenen Seiten des Toten hingelegt worden.Bemerkt sei noch, daß fast in all diesen frühen Hügelgräbern Nach-bestattungen, d. h. also Grabanlagen aus späterer Zeit sich vorfanden.

Die Bevölkerung des Stadtgebietes Köln am Ausgange des Neolithi-kums ist demgemäß eine aus verschiedenen steinzeitlichen Volks-elementen allmählich zu einer Einheit verschmolzene Rasse. Diese ver-schiedenen ethnologischen Bestandteile weisen auf Zuwanderungen vonOsten, Westen und Norden mit einem Vorwiegen des südlichen Kultur-kreises. Es hatte sich nämlich gerade während der jüngeren Steinzeitein nordeuropäisches, germanisches Kulturgebiet im Gegensatz zu demsüdeuropäischen, nicht germanischen, urkeltischen Kulturgebiet her-ausgebildet. Die Grenze verläuft etwa vom Zuidersee über Münsterzum Teutoburger Wald. Alles, was nördlich dieser Linie sich findet,ist germanisch, südlich nicht germanisch, urkeltisch. Schon die Formder Beile verrät dies. Im Norden herrscht das dicknackige Beil vor,diese fehlen im Großen und Ganzen im Süden, da wiegen die spitz-nackigen Beile, wie sie auch das Kölner Gebiet lieferte, vor. Außerden gesicherten Funden hat das Kölner Stadtgebiet in den zwanzigJahren der Arbeit unseres vorgeschichtlichen Museums etwa 20 Stein-gerüte geliefert, zwei große, prächtig geschliffene Beile aus Feuerstein,das eine von Mülheim, das andere aus einem Ziegelfeld, mehrere ge-schlagene Feuersteinbeile mit angeschliffener Schneide, durchbohrteHämmer aus Kieselschiefer, Basalt und Diorit. (Fundorte: KölnerNeustadt, Klettenberg, Bickendorf, Dünnwald, Thurn u. a. m.) (Bild4 und 5.)

Diese mehr als zwanzig gesicherten Steinbeil-Funde im StadtgebietKöln während der verhältnismäßig kurzen Beobachtungszeit lassen denSchluß zu, daß vorher zahllose Steingeräte hier entdeckt worden seinmüssen, sämtlich in Privatsammlungen jetzt und verschollen.

Aus allem läßt sich mit Sicherheit schließen, daß während derjüngeren Steinzeit, besonders gegen Ende der Periode, auf dem hoch-wasserfreien Gelände des Kölner linksrheinischen Stadtgebietes reichlichSiedlungenbestandenhaben, desgleichen auf dem rechtsrheinischen Stadt-gebiet. Hier bieten Hügel der Iddelsfelder Hardt und des Königsforstesgenügenden Anhalt. Im Königsforst Hügel mit Hockerbestattung undSteingeräten als Beigaben, auf der Iddelsfelder Hardt Hügel-Ganganlageund Weihefeuer, sowie Holzeinbauten.

Die Siedlungen im Kölner Stadtgebiet waren dörfliche Gemeinschaf-ten, die Häuser hatten rechteckige Form, bestanden aus Balken undFlechtwerk, das mit Lehm verputzt war. Wie diese Häuser im Innerneingerichtet waren, ergeben gleichzeitige Funde aus anderen Gebieten.

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