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Die Holbeiner : ein Überblick über eine 700-jährige bürgerliche Familiengeschichte mit Stammbäumen
Entstehung
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Fahrrade mit Gewehr zur Jagd fuhr, kam es in die Zeitung Deutsch-land als auffällig, aber wer findet heute noch etwas in dergleichen?Zusammen mit Assessor Rodigast vertrat ich die Verdeutschungs-bestrebungen im Behördenstil schon ein Jahr, bevor sie vom Mini-sterium in seiner Bekanntmachung vom I. Juli 1888 eingeführtwurden. Postkarten und Ansichtskarten sammelte ich seit 1876.Heute tut’s jeder. Dazu konstruierte ich mir Sammelkasten, wiesich jetzt eine Frankfurter Firma sie schützen ließ usw.

Meine Großeltern, die sich an mich gewöhnt hatten, zogen imMai 1877 mir nach Jena nach. Deshalb verbrachte ich auch da-selbst meine ganze Studentenzeit, außer dem verreisten ersten Semesterund dem in Leipzig verbrachten vierten im Winter 1884/85. Ende des2. Semesters beteiligte ich mich an der Gründung der Burschenschaftauf dem Fürstenkeller, späteren Cheruscia. Im August 1886 meldeteich mich zur ersten juristischen Prüfung, die ich am Oberlandesgerichtzu Jena am 29. Dezember 1886 als einziger von fünf bestand, indemvon uns fünf zwei nach dem schriftlichen Teile zurücktraten, derdritte den für ihn schon hingestellten Stuhl unbesetzt ließ und dervierte Unglück hatte. Beinahe wäre auch ich durch höhere Gewaltnicht erschienen. Ich war nämlich durch den während der Weih-nachtsfeiertage 1886 anhaltenden riesigen Schneefall in Apolda voll-ständig eingeschneit. Fast drei Tage lang konnte auf den Eisen-bahnen, sogar der Thüringer Hauptlinie, kein Zug verkehren. Auchder Schlittenverkehr mit Jena war unterbrochen und zu Fuß oderRad war es erst recht unmöglich, der Ladung zum Examen zufolgen. Endlich am 27. Dezember 1886, am vorletzten Tage vorder Prüfung, waren die Eisenbahnen wieder frei geworden. DieStörung war viel schlimmer, als nach dem gewaltigen Hochwasservon Ende November 1890, welches an der Camburger Brücke alsdas bei weitem höchste seit Jahrhunderten verzeichnet steht unddie meisten übrigen Saale-Brücken, selbst die vielen Jahrhundertenstandhaft gewesene Kösener, wegriß.

Vom 1. Februar 1887 bis Ende Februar 1890 war ich alsReferendar im Großherzogi. Vorbereitungsdienste an dem Amtsge-richte zu Apolda (anderthalb Jahr), Landgerichte zu Weimar (ein halbesJahr), Staatsanwaltschaft Weimar (ein viertel Jahr) und den Rest beiRechtsanwalt Dr. Harmening in Jena.