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Die Holbeiner : ein Überblick über eine 700-jährige bürgerliche Familiengeschichte mit Stammbäumen
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In den Anfang meiner Referendarzeit fielen die berühmtenReichstagswahlen, welche die unterlegenen Parteien als »Angstproduktdes Boulangerrummels« ausgeschrieen haben. Wie verkehrt das war,hatte ich zufällig schon 1886 etwas kennen gelernt und glaube daszur Belehrung für manchen nicht verschweigen zu dürfen. Zu Pfingsten1886 hatten wir uns über den plötzlichen Kurssturz der deutschenStaatspapiere gewundert. Etwa ein Vierteljahr später sickerte hieraus eingeweihten Kreisen durch, daß die Eisenbahndirektion Erfurtden geheimen Befehl gehabt hätte, den Wagenpark zum Truppen-transportbereitzu halten. Und wieder etwas später, am 18. Oktober1886 hörte ich aus Offizierskreisen, daß zu dem eben erwähntenPfingsten 1886 nur von der Antwort des französischen PräsidentenGrevy die Mobilmachung abgehangen hatte. Um so empörter warich, als im nächsten Jahre 1887 alles das nur als »Wahlmache« hin-gestellt wurde, während im Sommer 1886 noch niemand an Reichs-tagsauflösung und Neuwahlen gedacht hatte.

Vom 1. März 1890 bis 4. August 1890 stand ich im Assessor-examen, welches ich ebenfalls mit »Gut« bestand. Obwohl ich sofortum meine Zulassung als Rechtsanwalt am Landgericht Weimar einkamund gar nicht in den Staatsdienst treten zu wollen erklärt hatte,ernannte mich das Großherzogi. Staatsministerium dennoch am12. August 1890 zum Gerichtsassessor und veröffentlichte es auchin der amtlichen Weimarischen Zeitung vom 20. August 1890. Alssolcher den Vorbereitungsdienst fortzusetzen, aus dem ich prüfungs-halber beurlaubt war, wurde ich jedoch nicht einberufen, vielmehram 20. September 1890 vor dem Großherzogi. Landgerichte inWeimar als Rechtsanwalt daselbst verpflichtet.

Den Rest des 19. Jahrhunderts benutzte ich, um eine Ein-richtung zu erproben, von welcher eine jährlich wachsende Zahlbeiderlei Geschlechts — z. B. Henriette Fürth in der Oktober-nummer (1904) der Monatsschrift Deutschland S. 20—23 — meint,daß ihre von der Papstkirche widernatürlich verpfuschte Gestaltungdeshalb trotz aller künstlichen Reifen kirchlicher und weltlicherGesetze dem Drucke neuzeitlicher Verhältnisse nicht gewachsenbleibe, unter ihm vollends mißbildet werde oder gar zerspringe:die Ehe. Ich ging sie am 24. Dezember 1895 ein mit Magdalene geb.

Holbein, Die Holbeiner.

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