Kapitel I.
Aus der Schweiz.
Wo ist der Teil? Soll er allein uns fehlen,
Der unsrer Freiheit Stifter ist? Das GrößteHat er getan, das Härteste erduldet.
Kommt alle, kommt, nach seinem Haus zu wallen!
H it diesen Worten ruft in Schillers Wilhelm Teil Stauffacher
_bei Altdorf, dem jetzigen und anscheinend auch damaligen
Hauptorte des Kantones Uri — denn er war der älteste und überihm war die Feste Zwinguri angelegt worden — das Volk von Urihinüber nach dem benachbarten zweiten Orte des Kantons: nachBürglen, dem überlieferten Geburtsorte und Wohnorte des schwei-zerischen Volkshelden Teil.
»Kommt alle, kommt, nach seinem Haus zu wallen 1Der unsrer Freiheit Stifter ist.«
Mit diesen Worten Schillers, dessen hundertjähriger Todestagjetzt schon seinen Schatten vorauswirft, möge es auch mir vergönntsein, den geneigten Leser in jene Gegend zu führen, wo der FamilieHOLBEIN Stifter kurz vor Teils Zeit als Meier des MeieramtesBürglen waltete. Das war in der ersten Hälfte des 13. Jahr-hunderts. »Als Meier«, das heißt natürlich nicht, daß er als Meiergetauft war, diesen Namen führte, sondern daß er eben das Amt,die Würde und den Titel Meier besaß. Diese Einrichtung ist unsals eine fränkische geläufig. Bekannt sind die Majordomus = Haus-meier der fränkischen Könige, aber auch die Stadtmeier (die fran-zösischen »maires«), Klostermeier u. a. Aus diesem Titel entwickeltesich zwar der Name Meier, aber nicht bei jedem Titelinhaber undaußerdem erst später, als die Familie nicht mehr im Besitze desHolbein, Die Holbeiner.
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