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Die Holbeiner : ein Überblick über eine 700-jährige bürgerliche Familiengeschichte mit Stammbäumen
Entstehung
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beim Typhus, einmal bei Rückfall von Gelenkrheumatismus und dasdritte Mal ohne jeden Grund.

Trotzdem habe ich die Schulen ohne Aufenthalt zurückgelegt,so daß ich mit 26 Jahren schon Rechtsanwalt war. Nur das erstestudentische Semester mußte ich zu einer 4—5 monatlichen Erholungs-reise, mit Mutter zusammen, nach Österreich, Oberitalien, Schweiz undRhein verwenden. Dabei beteiligte ich mich an der Einweihung desNiederwalddenkmals und überschritt fünfmal den Straßendurchlaß,in welchem das Dynamit der Attentäter Reinsdorf und Genossenauf den Funken der Zündschnur wartete, den der Regen — Gottsei Dank — verlöschte. Diesem Umstande verdankte ich im Früh-jahr 1885 die Eintrittskarte zum Hochverratstermin am Reichsgericht.

An Schulen besuchte ich: von Ostern 1870—74 die Realschulein Apolda mit ihrer Vorschule, von Ostern 1874 bis Michaelis 1876das Kraußesche Institut in Dresden-Neustadt, Birkengasse I, inPension bei meinen mütterlichen Großeltern, von Michaelis 1876bis Ostern 1883 das Gymnasium zu Jena. Es wurde Michaelis1876 unter dem Direktorium eines alten Portensers errichtet. Beiseiner Vorliebe für Schulpforta brachte mein Vater mich unterportenser Methode unter, zumal auch der erste Professor, HofratDr. Eugen Wilhelm, zu den Verwandten meiner Mutter (S. 92) ge-hörte. Aber jene Methode erzog nach meinem Gefühle zu viel zumbloßen Philologen. Als ich das zu Professor Wilhelm einmal zuäußern wagte, erhielt ich die Cicero nachgebildete Antwort: nihilest tarn absurdum, quod iuris consultus non dixerit. Aber zehnJahre später konnte ich ihn mit Genugtuung darauf hinweisen, daßfast gleiche Gedanken, wie ich sie ihm um 1880 geäußert hatte,nun in den kaiserlichen Schulerlassen ständen. Es verfolgte michüberhaupt oft das Mißgeschick, Richtungen oder Ideen zu vertreten,die erst später anerkannt wurden bezw. werden werden. Liegtdarin vielleicht ein Familienzug? Als Beispiele erinnere man sichder Hingabe der ältesten Holbeiner an die neue Papiererfindung,des Malers an die Reformation und vergleiche damit die folgendenBeispiele aus meiner Praxis, die ich um viele vermehren könnte.Doch unterlasse ich es, um nicht mit solchen mehr persönlichenDingen den Leser zu behelligen. Als ich 1888 als erster auf dem