VORWORT.
REIHERR V. LÜTGENDORFF-LEINBURG zitiert in seiner
»Familiengeschichte«, einer 1890 erschienenen verdienstvollenkurzen Anleitung für Familiengeschichtsforschungen, welche mir leidererst nach Fertigstellung meiner Arbeit bekannt wurde, aus derVierteljahrsschrift des »Herold« von 1875 den Satz:
In einer Zeit, wo der Sport eine solche Rolle spielt, daßdie meisten Besitzer edler Pferde deren Abstammung vielbesser kennen, als ihre eigene, . . . wo fast allein das Studiumdes Geldgewinnes den Menschen zu Fleiß und Arbeit anspornt,ist es eine erfreuliche Tatsache, durch das Erscheinen vongedruckten Familiengeschichten des Adels auch noch Studienzu konstatieren, die wirklich nicht um Geldgewinn betriebenwerden.
Leider aber sei es noch immer eine Seltenheit, der Geschichteeines bürgerlichen Geschlechtes zu begegnen (S. III das.). ZurErgänzung dieser Lücke einen Beitrag zu versuchen, bedarf danachkeiner Rechtfertigung. Zu einem solchen Versuche gerade dieFamilie Holbein zu wählen, hatte für mich außer dem üblichen per-sönlichen Grunde noch den rein sachlichen, daß sie sich außer-gewöhnlich weit rückwärts verfolgen läßt, rund 700 Jahre. Durchein derartiges Beispiel hoffe ich andere bürgerliche Geschlechterzur Nacheiferung zu ermuntern. Deshalb wollte ich auch nichtlänger warten, bis ein paar Stellen im Holbeinschen Stammbaume,