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In diesem Verzeichnis, welches eine Vorarbeit für das um 1700endlich im Großherzogtume angelegte Grundkataster ist, werdendie vier neuen Erbamtshäuser und die alten 35 Nachbarn einandergegenübergestellt. Unter diesen 35 wird als Nummer 30 FriedrichHolepein genannt. Seite 6 beginnt dann
»Verzeugnis derer Nachbar mit ihren Häuß- und Güttern undwas itweder davon steuret und zinset jährlich als . . .
No. 37. Friedrich Holepein hat ein Hauß, Hof nebt eine Garte,und giebt 7 g. 9 ty zur Steuer jährl. item. 5 g. Zinse vom Hauße.«Im Namen ist das »p« erst korrigierend nach einem anderen An-sätze eingetragen.
Dieser Friedrich Holepein ist der einzige in Flurstedt. Es gibtkeinen zweiten. Da er als alter Nachbar aufgeführt wird, kann ernicht erst zugezogen sein wie die anderen vier, sondern muß inFlurstedt geboren sein. Wohl aber kann sein Vater zugezogen sein.Deshalb zunächst ohne Grundbesitz und daher 1661 in den Matrikelnnoch nicht zu finden. Deshalb auch die Schreibweise des Namensdem Schreiber der Spezifikationes 1683 noch unbekannt und vonihm geändert, noch dazu falsch. Friedrichs Geburtsjahr muß auchein paar Jahrzehnte zurückliegen, weil er 1683 als Haupt einer Hof-raite mit Familie erscheint. Wir werden also sein Geburtsjahr aufdie Mitte des 17. Jahrhunderts, um 1650, zu setzen haben.
Im nächsten Jahre 1684 wird Hilarius Holbein als Heimbürgebeim Obertrebraer Kirchturmsbau erwähnt. Das Amt eines Heim-bürgen bestand nach Art. 29 der Statuten der Nachbarstadt Apoldaaus jenen Zeiten darin: »alle Strafen, welche die Auswärtigen undStadthirten, Schäfer, Gräßer und andere, wegen zugefügten Schadensund verübter Dieberei im Apoldaischen Feld und Flur, Gärten,Weinbergen und auf den Wiesen, nach geschehener Pfändung unddes Raths Erkenntnis zu erlegen haben, unfehlbar einzubringen«.Heutzutage würden wir den Hilarius Feldgeschworenen oder Flur-hüter nennen. Zwei Jahre vorher, 1682, war es ein Hanß HeinrichHerger oder Hoyer, eingesetzt vom Amtmann Bechmann. Die Ge-meinde beschwerte sich, daß ihr Wahlrecht mißachtet sei und siemit Herger nicht zufrieden sei. Herrenakten Nr. 1127 des Staats-archivs. Es war also immerhin kein ganz gleichgültiges Amt.