Druckschrift 
Die Holbeiner : ein Überblick über eine 700-jährige bürgerliche Familiengeschichte mit Stammbäumen
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34

zu zerbrechen, ob er Bruder oder Sohn von Frick III. gewesenist. Da beide in demselben Jahre 1359 verschwinden, bezw.sterben, so scheinen sie eher Brüder gewesen zu sein.

1358 wurde Frick der Ältere (III.) seines Dienstes als Amtmannentsetzt und aus der «Stadt gewiesen, weil er Geheimnisse derStadt verraten und sogar (feindliche Truppen) »gegen sie ge-worben« habe. Sein Rekurs an die in Ulm versammeltenAbgeordneten der Reichsstädte fruchtete nichts. Ravensburgstand nämlich damals gleich anderen Reichsstädten bekannt-lich (Schlacht bei Reutlingen 21. Mai 1377 und Uhlands undSchillers Gedicht) mit Graf Eberhard dem Greiner vonWürttemberg in Fehde. Letzterer war einer der hohen Kundender Holbeinschen Papierfabrik, deren Papier eben weit undbreit für das beste galt. Daher die fürstliche Kundschaft unddie erwähnte Nachahmung des Papiers. Seine Papierlieferungenan den Gegner des schwäbischen Städtebundes verübelten dieRavensburger ihrem Bürgermeister. Der Verdacht, daß ge-legentlich solcher Papierlieferung auch die eine oder andereNachricht aus der Stadt an Eberhard den Greiner gelangtsei, reicht nicht hin, den Stadtamtmann als Übersender derNachricht zu betrachten. Er mag wirklich aus dem Gefühleseiner Unschuld heraus jenen Rekurs an die Reichsstädte zuUlm eingelegt haben. Denkbar ist auch, daß neidische Feindein der Stadt oder Mitglieder anderer städtischer Parteien denBoten oder Fuhrleuten von oder an den Grafen EberhardScheinbeweise zuschmuggelten, welche dann bei jenen gefundenwerden sollten und wurden. Jedenfalls beginnen von diesemJahre an die Vermögensveräußerungen, Verkäufe, Verschen-kungen, Stiftungen usw. Man hatte Frick III. offenbar dasLeben in Ravensburg unleidig gemacht, so daß er sein unbe-wegliches Eigentum flüssig zu machen anfing.

1359 gaben die verbündeten Reichsstätte in Schwaben über Fried-rich Holbein des gewesenen Stadtamtmanns zu RavensburgKlage einen Urteilsbrief zugunsten der Stadt. PergamenturkundeNr. 1411.

1366 am 17. und 27. Januar verkaufte der Sohn des geächteten