unter 1301 (S. 28). Letzterer ist vielleicht damals weggelassen worden,weil sein oben erwähnter Zweck, die Meyerämter voneinander zuunterscheiden, damals als überflüssig angesehen wurde, oder es isteine auf andere Weise leicht zu erklärende Ungenauigkeit, wie siebei kleinen Siegeln nicht auffallen kann, z. B. ein Prägefehler. DasSiegel trägt im Wappenbuche die Unterschrift:
712. — S. Vlrici dicti Fritel de Ravensburg 1327.
Diese Unterschrift »Ulrich genannt Fritel von Ravensburg«,läßt den Namen Ulrich als Vornamen und den Namen Fritel eigent-lich als Familiennamen erscheinen. Diesen doppelten Familiennamenerklärt das Wappenbuch als »Beinamen der Holbeins. Damitstimmen die Unterschriften unter der später zu bringenden Urkundeaus 1252: »Friedrich und Kuno Holbein, Brüder, genannt dieFritilone«. Vielleicht aber hätte man mit demselben Rechte um-gekehrt sagen können, daß der Name Plolbein ein Beiname derFritelone war, und daß dieser Beiname den ursprünglich angenommenenNamen Fritelo verdrängt hat. Man befand sich damals eben nochin der Übergangszeit, wo sich Familiennamen erst bildeten. Friteleignete sich mehr zum Vornamen und die Namen mit der Zusammen-setzung »bain« erfreuten sich, ähnlich wie Spitznamen überall, auchin Ravensburg einer besonderen Beliebtheit, z. B. wird ein gewisserKinnebain als Nachbar Holbeins genannt und auch der Name Ritters-bain taucht auf. Letzterer im St. Galler Zinsverzeichnis für Truhtol-vingen um 1200, Band V, Seite 396 des Württembergischen Urkunden-buches.
Kinnebain und Holbein werden nebeneinander genannt im so-genannten Kodex major von Weingarten aus der zweiten Hälfte des13. Jahrhunderts (5. Mai 1269 bis 1300). Derselbe ist nachzulesen inBand IV des Württembergischen Urkundenbuches in Kommission vomHofbuchhändler K. Aue zu Stuttgart 1883. Seite 26 daselbst heißt es:»Holbein de parte orti H. Fritelonis de Lindaugia I solidumet de parte orti Kinnebains VI denarios: Fridericus Fritelosenior et filii Holbeinis de feodis Lalars*) Swiberachesuterque XV. solidos et de agro Lutrobrunnen I solidum. Frider
*) Zwischen Ia und lars ist ein Buchstabe herausradiert, vielleicht ein r.