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zur Geschichte der fränkischen Ebersteine sich in Verbindung gesetzt. Bei dieser Gelegen-heit machte derselbe auch der in Ansbach wohnenden ihn: befreundeten Frau BaroninSabine v. Crailsheim geb. Edlen v. Zumpf, Mutter des gegenwärtigen k. bayr. Staats-ministers Eratkb Freiherrn v. Crailsheim, seine Aufwartung. Die von dieser intelli-genten, echt deutschen Frau, einer vorzüglichen Mutter, ihm, Ferdinanden, fortdauerndbewahrte freundliche Gesinnung übertrug sie auch auf seine Familie, indem sie beiseinein dritten am 2. Dez. 1855 in Stettin geborenen Sohne neben seiner CousineHedwig, Herrin auf Schönefeld bei Leipzig, eine Pathenstelle annahm. Ihr und derFamilie von Crailsheim zu Ehren gab er seinem Sohne Botho auch den NamenEi-gM, welcher zugleich ein alt-Ebersteinischer ist, da Erulkb v. Eberstein im Jahre1396 als ältester Lehnsträger im Fuldischen erscheint.
Im I. 1854 nach Beendigung seiner Marienbader und Elgersburger Kur benutzteFerdinand seinen Aufenthalt in GeHafen und Leinungcn und auch Rötha dazu, inden Pfarrarchiven die in den Kirchenbüchern über die Familie enthaltenen NachrichtenSeite für Seite durchzugehen und wörtlich auszuschreiben, welche Arbeit mehrere Wochenin Anspruch nahm. Als ihm dann im Sommer 1856 die mehrmonatliche Abwesenheitseiner ihre Eltern besuchenden Frau und deren Kinder die nüthige Muße gewährte,verwandte er alle seine dienstfreien Stunden in Stettin dazu, das ihm augenblicklichzur Hand seiende Material, sowie den Artikel „Eberstein" in Ersch und Gruber'sEncyclopädie durchzuarbeiten und da, wo in dem ihm als Konzept des GroßvatersWilhelm vorliegenden, mit vielen Korrekturen versehenen Entwürfe zu einein Stamm-baume sich merkliche Lücken, Widersprüche und Unklarheiten zeigten, solche zu mög-licher Ausführung und Klarstellung vorläufig anzunotiren. Nunmehr erbat er sich vonseinem Vetter Hermann die in dessen Händen befindlichen Urkunden und Nachrichten.Da Hermann indessen selbst immer vorhatte, diese Sachen zu benutzen, und er außer-dem fürchtete, daß dieselben, welche von ihm, ihrem Inhaber, ihren? Werthe nach nichtgekannt waren und die er vielleicht überschätzte, durch de» Transport leiden konnten;so überschickte er an Ferdinand aus übertriebener Vorsicht nur das anscheinend wenigerWerthvolle und auch nur unter der Bedingung, daß ihm, sobald er vom Manöverzurück sei, Ferdinand die Papiere wieder zustelle. Und so erhielt denn auf diese WeiseFerdinand damals eine sehr magere Ausbeute, welcher Umstand ihn aber um so mehranspornte, mit seinen Nachforschungen bis auf den Grund zu gehen. In Sonders-hausen nun frischte er zunächst seine lateinischen Sprachkenntnisse wieder auf, da ereinsah, daß ohne solche von einer wirklichen eigenen Urkundcnforschung keine Rede sei??könne, und daß er sonst statt aus der unmittelbaren Quelle immer nur aus abgeleitetenSeitenbächeu Ungewisses und Ungenaues zu schöpfen im stände sein würde. Nachdemer sich dann darauf aus den Bibliotheken, namentlich der gräfl. Stolberg'schen inWernigerode und Kassel leihweise und durch den kenntnisreichen Buchhändler FerdinandFörstemann in Nordhausen (Vetter des Dresdener Ober-Bibliothekars Hofrath Prof.Förstemann) käuflich die nöthigeu Werke verschafft hatte, machte er sich direkt auf, dieihm Ausbeute versprechenden Archive zu benutzen, und in dieser Beziehung hat er derAnleitung des Herrn v. Rommel und Archivraths Or. Landau zu Kassel viel zu danken.So begab er sich nach Fulda, Hanau, Kassel, Dresden und setzte sich in der Folgeebenso mit den übrigen Archiven zu München, Würzbnrg, Bamberg, Nürnberg,Darmstadt, Mainz, Meiningcn, Magdeburg, Berlin, Wien und Kopenhagen inVerkehr. Auch holte er zu öfteren Malen den ihn: wohlwollend ertheilten Rath desberühmten UrkundenforschcrS Professors Ernst Günther Förstcmnnn zu Nordhausen ein.
Neben dieser ernsten, ihn in die germanische Vergangenheit zurückführenden Be-schäftigung wurde ihm doch aber auch iu der unmittelbaren Gegenwart erheiternde unddas Gemüth ansprechende Aufmunterung zu Theil: in einigen Wintern zu Anfang dersechziger Jahre wurden auf Anregung der beiden Durchlauchtigen Prinzen Leopoldund Hugo unter Leitung des Hofschauspiel-Direktors Heckscher (Bruders des vormaligenNeichs-Justizministers unter dem Reichsverweser Erzherzog Johann) auf dem fürstlichenSchlosse Aufführungen von Dramen und Lustspielen veranstaltet, in welchen beide