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nehmen. Er benachrichtiget Dich zugleich, daß seit kurzem neue lutarekssiaimlsZ vondem auswärtigen Departement an das Dresdcn'sche Dlinisterium ergangen, auchschicket er Dir 2 Aopien, woraus Du das Nothige beurtheilen mögest, feiern müßteman jetzo auf keine lDeise, sondern die Lache ernstlich treiben, sobald er sich bessernwird, will er an den Gesandtschafts-Sekretär schreiben, übrigens grüßt er Dich undden Hrn. Nnrkini von Herzen und einpfähle Luch der Gbhut Gottes. Deine Er-innerung, liebster Bruder, für das Leben unsers würdigen Baters zu bitten, wurdebei der Erhaltung Deines Briefes doppelt vermehrt, da wir zu gleicher Zeit vonihm ein Schreiben erhielten, worin er uns von seinen kränklichen Umständen be-nachrichtigte. N?as vor Schmerzen hat er auf dem fatiganten Acarsche ausgestanden.Schon vor dem Einrücken ins Lager sind ihm die Hämorrhoiden mit solcher Ge-walt ausgetreten, daß er nicht hat sitzen können, und doch hat er mit manövrirt;bei dem Ausrücken aus dein Lager haben ihn solche Schinerzen überfallen undsolche jählinge Blattigkeit, daß ein jeder an seinem Aufkommen gezweifelt hat,und bei solchen Umständen doch fort müssen, das ist sehr hinreißend. Urem Herzbricht bei der Beschreibung dieser für mich so empfindlichen Andenken und doch habeich es täglich vor Augen. Aber Gott feie gedankt, daß er ihn bis hierher hat kommenlassen, wo er doch etwas mehr Buhe genießen kann, wovon er doch oft genug ge-störet wird. Seine Erholung gehet sehr langsam, welches bei der entsetzlichen Ent-kräftung seines Leibes und Schwäche der Sinne wohl nicht fehlen kann. Die Ge-sundhcitsumstände der übrigen Hausgenossen sind Gottlob noch ziemlich gut :c. rc. ec.
Wilhelm Freiherr v. Ederstem,
Ii. säcks. Hof- uittl Iu.stitieimttk,
wurde am 11. Febr. 1753 früh 3 Uhr als der älteste Sohn des damaligen Ritt-meisters bei dem Ruitzischen (später Plettenbergischen, dann Apenburgischen) Dragoner-Regiments zu Tilsit in Ostpreußen geboren. Seine schon einmal verheirathet geweseneMutter, Agnes Christine geborene v. Dubinsky, war allen vorhandenen Nachrichtenzufolge eine wenig phlegmatische Frau von großer Schönheit. Wilhelm selbst war einsehr aufgewecktes Kind, mit rascher und scharfer Auffassung, sowie mit außerordentlichemGedächtnisse begabt: noch in seinem 50. Jahre hatte er ganz deutliche Erinnerungenaus seiner allerersten Jugend in zahlreicher Menge bewahrt. Über seinen Lebensgangfindet sich in einem Bruchstücke seiner an seinein 50. Geburtstage niedergeschriebenenAutobiographie folgende charakteristische Stelle:
„Meinen ersten Unterricht übernahm in meinem 3. Jahre ein unverheirathetesFrauenzimmer mit Namen Jungfer Bresinin, die Tochter eines gewesenen Geistlichen,der ich in Absicht auf die Bildung meines Verstandes alles schuldig bin, indem bis indas 5. Jahr unter steter Beschäftigung durch sie . . . mein Verstand in Absicht aufReflexion zu einer gewissen bei Kindern in diesem Alter ungewöhnlichen Ernsthaftigkeitund Liebe zur Lektüre gebracht war, daß mein ^.o. 1759 im September mir vonmeinem Vater aus der Kampagne zugeschickter Hofmeister Namens Gottfried Kamann,gewesener Auditeur bei dem sonst v. Sqdow'schen Regimente in Berlin, wann er aufdem Wege hätte fortarbeiten wollen, er mich viel weiter hätte bringen tonnen. Alleinleider! er war mehrentheils krank am Podagra, und was ich nicht selbst wollte, unter-blieb ganz, ich machte seinen Wärter. Da ich aber nicht aus der Stube durfte undeinmal glücklicherweise an Beschäftigung mit Büchern gewöhnt war, so las ich alleReisebeschreibungen und Romane, die in Tilsit aufzutreiben waren . . . und da inmeiner Eltern Hause alles, was nur von Honoratioren in Tilsit war, ofte und fasttäglich sich befand, so ward ich durch das Disputiren, das ich liebte, und darin sich diebei der dasigen Provinzialschule befind!. 5 Schulmänner mit mir viel zum Spaßeabgaben, in dieser Zeit in Absicht auf den Kopf durch eigene Bemühung etwas gebildet."
Nach Ausbruch des siebenjährigen Krieges war durch das Vordringen der Russendie persönliche Sicherheit in Tilsit sehr gefährdet; dieselben bombardirten im Sommer 1757
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