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In den ersten Jahren seines Aufenthalts in Sandershausen war Ferdinand'sLebensart wesentlich nach bedingt durch seinen körperlichen Zustand; dein Umständeindessen, dasz er diese Rücksicht" wirklich und mit ausdauernder Sorgsamkeit nahm,saivie zugleich der vorzüglichen Sandershäuser Luft hatte er es zu danken, dasz ernach und nach sich erholte und dann von Jahr zu Jahr sichtlich kräftigte. Freilichwar er während dieser Zeit, namentlich bei Ostwind, oft gcnvthigt, das Zimmer hütenzu müssen. Solches wurde ihm aber nicht schwer; denn gleich, nachdem er wegenInvalidität seine Militär-Carriere hatte aufgeben müssen, hat er fast seine ganze freieZeit dazu benutzt, die bereits durch den Grafen Ernst Friedrich, den Minister KarlTheodor und den Hofrath Wilhelm v. Ebcrstein angeregte urkundliche Erforschungder Ebersteinischcn Familiengeschichte aus den noch in Archiven verborgenen Quellenzu vervollständigen und womöglich zu einem Ganzen zusammen zu fassen.
Soviel werthvolles Material nun auch in dieser Beziehung noch zu Anfang desJahrhunderts und selbst noch in den 30er Jahren vorhanden gewesen war und eineso treffliche Unterlage und vorbereitende und Weg weisende Hülfe und Erleichterungsolches einem an die Bearbeitung der Familiengeschichte Gehenden auch gemährt habenwürde: so stand indessen davon bei Beginn von Ferdinand's Forschungen ihm wenignoch zu Gebote: er muhte in Wahrheit ganz von vorn beginnen, das zu erforschendeGebiet lag fast als eine tsrru ineoZmilu vor ihn?. Und dennoch verdankt er esgerade diesen? anscheinend ungünstigem Umstände, dasz er sich von Anfang an auf seineigenes Forschen und Prüfe??, auf das Sprechenlassen des urkundlich Feststehenden undnicht auf das bloße Kompiliren unsicherer Traditionen angewiesen sah. Überdieshatte er so den Vortheil, daß er seine volle Unbefangenheit und Unvoreingenommen-heit bewahren konnte, indem ihn die vielen bis dahin in? Schwange gehenden Jrr-thümer und Unklarheiten nicht irritirten, von welchen dagegen der Graf ErnstFriedrich und selbst der juristisch und historisch so geschulte Hofrath Wilhelm zuderen eigenen? Schaden sich beeinflussen ließen. Keineswegs indessen unterschätzt erdeshalb das von seinen drei Vorgängern Geleistete nach später erlangter Kenntnis des-selben und ist vor allen Dingen erfüllt von gerechter Anerkennung für deren großesInteresse und ausdauernden Sammelfleiß. Die allerbeste Beleuchtung übrigens dieservon ihnen bethätigten, für einen Geschichtsforscher unerläßlichen Eigenschaften liefernihre eigenen in "dieser Angelegenheit geschriebene?? Briefe, welche gleichzeitig dieSchwierigkeiten darlegen, mit welchen sie selbst zu kämpfen hatte??.
Nach Abbruch der baufällig gewordenen Flügel des Leinunger Schlosses, soiviedes zweiten und dritten Stocks bis auf das Erdgeschoß und nach Wiederaufbau einesErkers über den Mittelbau der Hauptfront in? Herbst 1843 begab sich Oberst Karlv. Eberstein dahin, um das während des Baues auf einen Schüttboden geräumt ge-wesene und ii? tumultuarischer Verfassung befindliche Archiv zu ordne??. Bei dieserGelegenheit nah??? er eine Sichtung aller Dokumente und Akten nach der Richtung hinvor, ob selbige sich auf die Ämter Leinungen und Menningen und auf die Gehofcn'schenGüter bezogen oder persönliche Angelegenheiten und überhaupt die Familiengeschichtebeträfe??. In letzterer Hinsicht ordnete er alle wichtigen Urkunden und Originalien ?c.nach den? Inhalte, brachte sie in vier große Schwcinsledermappen unter und nah???solche zu größerer Sicherheit mit zu sich nach Naumburg. Es gewann nun auchOberst Karl's zweiter Sohl? Hermann Interesse für die Familiengeschichte. Anfangder 50 er Jahre nah??? er die erwähnten 4 Mappen mit nach Berlin, fand aber, daßzur Beurtheilung, kritischen Verarbeitung und Verwerthung der darin enthaltene??Materialien nicht unbedeutende geschichtliche Vorkenntnisse gehörten. Zu diesen? Zweckefing er auch an, in der königlichen Bibliothek Studien zu machen; sein Dienst indessen,soivie seine späteren öftere?? Versetzungen, die Kriegsereignisse und sein ii? der Schlachthei ölurs 1u Tour erfolgter Tod ließen ihn nicht zu wirklichen Resultaten gelangen. -—Herinann's Vetter Ferdinand hatte in? Sommer 1852 nach Beendigung seiner EmserBadekur in Würzburg und Ansbach die Eberstein - Denkmäler aufgesucht und mitProfessor Denzinger in Würzburg behufs sichere?? Nachweises authentischer Quellen