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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
Seite
777
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In gleichem Sinne äußert sich Franz:

„Auch ich, mein lieber Bruder Gustav, kann nicht unterlassen, Deines sowohl als unseraller Besten halber Dich um Beibehaltung der Geschäftsleitung zu bitten. Jeder fremdartige Ein-fluß in Familienangelegenheiten führt zum Ruin einer Familie, um wie viel mehr in unserenkritischen Angelegenheiten. — Diesem Schicksale haben wir standhaft entgegengearbeitet durch Deinebewährte Leitung der Geschäfte. Vhno Dir zu schmeicheln, schreibe ich diese Seilen, dennSchmeicheln ist ganz und gar wider meine Batur, das weißt Du wohl zu gut. Dankbar statte ichDir daher meinen wärmsten Dank, aber auch für die Zukunft ab. Schenefeld, den 9. Juli ZSZZ.Dein Dich liebender Bruder Franz v. Eversten».

Ebenso die Schwestern:

„So ist auch meine Gesinnung und Bitte an Dich, lieber Bruder, tvcnn Du Dich nur uochdiesmal erhören ließest von unser aller Dank und Bitten! Dielleicht giebt Gott Änderung undwird Dir es gewiß verlohnen. Du hast ja schon so viel Schlimmes überstanden. Bedenke,Lottchcn und ich sind 'geschlagen, wenn die Geschäfte aus Deinen ksäuden kommen. Darumbittet Dich schwesterlich und dringend Deine Dich liebende Schwester

Emilie von Eversten»."

„Auch ich bin derselben Meinung, wie alle meine übrigen Geschwister, so kann auch ichnicht unterlassen, Dich innigst und herzlichst zu bitten, die zwar sehr mühevollen Geschäfte nichtabzugeben, wofür »vir alle Dir zeitlebens dankbar sein werden. Ich schließe in der Doffnung, daßDu, lieber Bruder, unsere dringenden Bitten erkörest. Dresden, den zz. Juli Z3Z2. Deine Dichherzlich liebende Schwester

Chart otte v. Glirrntlial geb. v. Eversten».

Mit vollendetem elften Jahre der Geschäftsleitung, zu Johanni 1834, legteGus tav dieselbe nieder und übertrug sie auf seinen Neffen Wilhelm „Alexander Ernstv. Eberstein, dein er auch die Pachtung der zum Schlosse gehörigen Ökonomie abtrat.Er selbst zog zunächst in das von dem Hauptmann Albrecht von der Wolf Dietrich'schenBranche erbaut gewesene, vor dem Marktplatze, dem Rathskeller gegenüber angenehmliegende Haus, welches sich damals nebst dein zugehörigen Gehöfte lind Gute in ErnstensBesitze befand, und bewirthschaftete nicht nur diese Länderci, sondern auch die ehemaligeErbpachts - Mühle, welche der letzte Erbpächtcr zur Subhastation hatte kommen lassenund die darauf aus Versehen des Grundbuchrichters statt für das Schloß, für welchesGustav sie erstanden hatte, auf Gustav's Namen als dessen persönliches Eigenthum ein-getragen worden war. Gustav hatte zivei Obstberge und einen kleinen Weinberg ansüdlichen Abhänge der Muskammer gekauft, legte dahin vom Orte aus an den: west-lichen AbHange hinauf einen fahrbaren, mit Obstbäumen bepflanzten Weg an und er-baute ein Haus in der Mitte des Obstberges. Außerdem hatte Gustav auch die vonder Eisleber-Mansselder-Gewerkschaft zum Verkauf gestellten Gebäude der ehemaligenKupferhütte erstanden, um so die ganze Wasserkraft des Leinebaches ausnutzen zukönnen. Die Gewerkschaft hegte aber Mißtrauen, als ob Gustav den Kauf für dasSchloß bewirkt habe und möglicherweise ihr schaden könne, und versagte ihm daher denZuschlag.

Da Gustav seine drei Kinder seit 1837 nach Nordhausen in Erziehungs-Jnstitute gegeben hatte, von wo aus sie die höheren Schulen der Stadt besuchten, sobestimmte ihn die Rücksicht auf seine Kinder, zu Johanni 1838 seinen Wohnsitz aufdas schön gelegene und eingerichtete Götting'sche Gut in dein '/z Stunde von Nord-hausen entfernten Salza zu verlegen. Hierselbst erhielt er zu zweien Malen den Besuchseiner in Dresden wohnhaften Schwestern, im Sept. 1838 und dann im Sommer 183Vauf mehrere Monate. Auf vieles Bitten ließ er sich bewegen, seine damals noch nichtganz 16jährige Tochter Charlotte, welche bis dahin in dem großen Münzel'schenDamen-Institute in der Stadt gewesen war, mit nach Dresden gehen zu lassen, wo-selbst sie bis Ostern 1841 verweilte, um dann in das elterliche Haus zurückzukehren.Hier befanden sich schon seit einem Jahre ihre Brüder Ferdinand und Moriz; nach-