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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
Seite
776
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Während der Führung der Goneral-Vollinacht seiner Geschwister durch Gustavlwten nicht nur die Mansfeld'schcn Besitzungen, wie verstehend angedeutet, der Ver-waltung vielfache und nicht leicht zu behebende Schwierigkeiten; es geschah solches fastin gleichem Masse vvn den Stammbesitzungen in GeHofen aus. Und es herrschte eineiviges Gehen und Kommen im Leinunger Schlosse; interessirte und uninteressirte Be-theiligte, Behörden und Private verkehrten da in buntein Wechsel, und über ein Jahr-zehent hatte Gustav sich den daraus erwachsenden Mühsalen und Beschwerlichkeiten,die nicht nur die leibliche Gesundheit, sondern auch den Kopf und das Gemüth in an-greifender Weise in Anspruch nahmen, zu unterziehen. (Näheres in in. „Histor. Nachr."S. 295 ff.)

Wenn schon Gustav's Bruder Wilhelm bald nach Übernahme der Familien-geschäfte ersterem unterm 12. Febr. 1817 von Horla aus in einem verschiedene geschäft-liche Angelegenheiten behandelnden Briefe schreibt:

Ls machen mir überhaupt die ganzen Familienangelegenheiten so viel Sorge undVerdruß, daß ich es manchmal recht dick habe. So hat auch die ganze Domhofs-Angelegenheit,die ich allein habe betreiben müssen, um unsere Rechte und vortheil wahrzunehmen, sehrviel Sorge gemacht; ich bin in diesen Terminen allein von der Familie zugegen gewesen undhabe auch für die anderen vettern zanken müssen. — War keiner von den Ebcrsteinen zu-gegen, so gingen vielleicht die vielfachen Appellationen bei dem konfusen Gbcrlandcsgerichtvon Naumburg (denn die tsälfte besteht aus Sächsischen Rathen) durch, und wir wurden ganzausgeschlossen von unseren Rechten. Doch bin ich aber mit allem bis jetzo durchgekommen.Ich habe viel zu kämpfen und habe alles zum Feinde."

so hat mau auch nach den vorausgegangenen Berichten und Erzählungen aus der Zeitvon Gustav's Geschäftsführung die Prämissen, um Gustav's Entschluß nur allzu wohlbegründet zu finden, nach länger als einem arbeitsvollen Decennium sich gänzlich vonden Geschäften zurückzuziehen, nachdem er solche nunmehr in ein ruhigeres Gleis geleitethatte. Er beharrte auf diesem Entschlüsse, trotzdem ihn seine Geschwister durch dringendeBitten davon wieder abzubringen suchten.

Nr. 566. Kirliul'ar an meine nnten genannten Geschwister.

Lange genug habe ich den sich in wirrem Drange sich immer widriger ge-staltenden Verhältnissen nach unterzogen gehabt und ihrer Regelung mich hingegeben.Jetzt aber bin ich nicht mehr im stände, die Vollmachten länger zu behalten, indemmich triftige Gründe dazu bewegen, es Euch auszusagen. Alagen ist nie meineSache gewesen.

Die Pacht von Leinungen gebe ich aus, und zwar Zohanni (83-1. Zhr habtdaher es anderweit zu verpachten oder administriren zu lassen. Da unser NesseErnst in Horla in meine Pacht zu der Zeit eintreten will, so rathe ich, es ihmzu überlassen, indem es doch besser und vortheilhafter ist, es ihm in Pacht zugeben, als einem Fremden. Ein Fremder würde sich auch schwerlich finden, da wirbei unseren setzigen Verhältnissen aus eine bestimmte Anzahl Zahre gar nicht ver-pachten können, ohne Gefahr zu lausen, den Pächter enorm entschädigen zu müssen.

Die Rechnungen werde Ende d. (F. legen. Phr habt daher Zeit genug, bisdahin einen Generalbevollmächtigten zu wählen, dem ich dann alles übergebenkann; cncch werde ich es zu der Zeit in öffentlichen Blättern bekannt inachen, daßich die Generalvollmacht von meinen Geschwistern abgegeben habe.

Groß-Leinungen, den (6. Juni (333. Gustur rou Oberstem.

Hierunter spricht sich der älteste Bruder Oberst Karl folgendermaßen aus:

„An den Bruder Gustav. Ich halte mich überzeugt, daß sowie ich auch alle übrigen Ge-schwhter ihren brüderlichen und schwesterlichen Dank für Deine Geschäftsführung auf das herzlichstegegen Dich aussprechen werden; daher kann ich auch den Wunsch nicht unterdrücken, Dich, lieberGustav, auf das inständigste zu bitten, diese Geschäfte ferner zu leiten, damit sie nicht in fremdefiändc gerathen."